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Besichtigung des e.GO in Aachen am 16.05.2018

Wie kann man den Menschen den Einstieg in die Elektromobilität schmackhaft machen? Das war die Hauptfrage, die sich Prof. Dr. Schuh stellte und die die Geschichte des Streetscooters und des e.GO ins Rollen gebracht hat.

tl_files/VSVI-NRW/Bezirksgruppen/Aachen/Exkursionen_Berichte/Rueckblick_2018/05-2018_e.GO_1.JPGEin kostengünstiges Elektrofahrzeug herzustellen, das für viele erschwinglich ist, war eine Antwort auf diese Frage. Aber geht das überhaupt? Kann man ein Elektrofahrzeug kostendeckend zu einem vernünftigen Preis herstellen?
Die Automobilindustrie bot sich nicht als Partner an. Dafür waren Nachfrage bzw. Stückzahlen zu gering. Aber mit einem Netzwerk aus Zulieferern mit dem notwendigen Knowhow und der Deutschen Post, die eine Alternative für ihre Flotte von Lieferfahrzeugen suchte, konnte letzten Endes der Streetscooter entwickelt werden. Dessen Übernahme durch die Post sorgte dann – zusammen mit anderen Investoren – für das notwendige Startkapital, um die Arbeit am e.Go zu beginnen.

Der Campus Boulevard ist die perfekte Adresse in Aachen für Forschungsprojekte. Momentan sind 320 Unternehmen dort aktiv. Die großzügigen neuen Flächen bieten Möglichkeiten der Vernetzung für unterschiedlicher Unternehmen und Institute. Es gibt einzelne Cluster, bei denen jeweils ein Institut den Kontakt zu Unternehmen und anderen Instituten herstellt. Unternehmen können sich hier für Forschungsthemen immatrikulieren.

Aber zurück zum e.GO.tl_files/VSVI-NRW/Bezirksgruppen/Aachen/Exkursionen_Berichte/Rueckblick_2018/05-2018_e.GO_2.JPG
Waren es im April 2015 noch 20 Mitarbeiter, die im Unternehmen beschäftigt waren (nur drei davon fest, der Rest Assistenten und Hiwis), sind es heute über 200 Mitarbeiter, die sich mit dem e.GO Life (Kleinwagen) und dem e.GO Mover (Kleinbus) beschäftigen.

Der e.GO Life ist dabei für den individuellen Stadtverkehr gedacht, da die Batterie bei gering zu haltendem Gewicht und Kosten nur eine begrenzte Reichweite hat. Der Mover hingegen soll die Lücke zwischen Taxi und Bus schließen. Er soll auch autonom fahren können, was aber in Hinblick auf Gesetze und Kosten nicht so einfach ist.

Am e.Go wird zu verschiedenen Themen geforscht:

  • induktives Laden
  • autonomes Fahren
  • Zukunft der Mobilität
  • Konnektivität (das Fahrzeug als „mobiles Smartphone“)

2019 wird ein Test mit dem Mover im Stadtverkehr und auf großen Firmengrundstücken laufen. Auch in Aachen werden wir ein paar der Kleinbusse zu Gesicht bekommen. Das Fahrzeug kann theoretisch bis zu 70 km/h erreichen, wird aber (mit einem Fahrer darin) nur 30 – 50 km/h fahren. 15 Personen haben darin Platz.

Später sind für den Mover auch alternative Überbauten denkbar (Camper, Foodtruck, …). Möglich macht das der Aufbau der e.GO-Modelle, der sie auch so kostengünstig macht: sie bestehen aus einem Stahlgerüst und vielen Standardelemente (Lenksäule, Lampen etc.), um die herum das Auto mit seiner Kunststoff-Außenhaut gebaut wird. Das führt dazu, dass der günstigste e.GO Life schon für etwa 16.000,- EUR zu haben ist, während ein Smart mit ca. 22.000,- EUR zu Buche schlägt.

tl_files/VSVI-NRW/Bezirksgruppen/Aachen/Exkursionen_Berichte/Rueckblick_2018/05-2018_e.GO_3.JPGLaden kann man den Life über Nacht an einer separat abgesicherten Steckdose oder in ca. 3 Stunden an einer Schnellladestation. Die Batterien müssen in einem 5-8 Jahreszyklus ausgetauscht werden, da sie dann für das Fahrzeug nicht mehr tauglich sind. Sie können aber für andere Zwecke weiterverwendet werden.

Interessant wird es durch die aktuell diskutierten Fahrverbote in Innenstädten. Das dürfte der Elektromobilität in ihren verschiedenen Varianten einigen Auftrieb geben. Vielleicht wird dadurch in Zukunft das P&R-Konzept wiederbelebt: Wir parken unser Auto (mit Benzin-/ Dieselantrieb) außerhalb der Stadt und werden dann mit Elektro-Kleinbussen wie dem Mover in die Innenstadt gebracht.

Wer sich für den e.GO interessiert kann ihn sich im Showroom am Campus Boulevard ansehen.
Informationen findet man unter http://e-go-mobile.com/de/kontakt/showroom/

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