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BG-Aachen

Vortrag AK Aachen am 05.09.2018

Motte in der Nähe der Tuchfabrik Müller
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Nachdem wir uns 2010 schon einmal über die Bauarbeiten am Autobahnkreuz informiert hatten, gab es jetzt (zwei Jahre vor ihrem voraussichtlichen Ende) noch einmal die Gelegenheit, einen Überblick über den Fortschritt dieses riesigen Verkehrsinfrastrukturprojektes zu bekommen.

Man kann sich heute kaum vorstellen, dass es an diesem hoch belasteten Knotenpunkt jemals so ruhig zuging wie in den 60er Jahren, als ein Fotograf sich noch gefahrlos mitten auf die Fahrbahn stellen konnte, um eine Aufnahme zu machen.

Nach einem kurzen Überblick über die Zeitschiene des Umbauprojektes und die verschiedenen Verkehrsströme, die entflochten werden sollen, konnten wir auf etlichen Fotos verfolgen, wie die diversen Brückenbauwerke abgerissen und wieder aufgebaut wurden und der Verkehr mal über diese, mal über jene Verkehrsführung geleitet wurde.
Von sieben Bauphasen sind die meisten abgearbeitet. Mit dem Bau des Überfliegers aus Richtung der Niederlande wird jetzt begonnen.

Zahlenmäßig haben sich nicht nur die Kosten über die Jahre verändert – statt ursprünglich 75 Mio. Euro ist man bei ca. 125 Mio. Euro angekommen – sondern auch die Verkehrsbelastung entspricht nicht ganz der Entwicklung, die prognostiziert worden war. Wobei die Zahlen bisher geringer ausfallen, als man angenommen hat.

Wenn man von Zahlen redet, ist auch ein Problem interessant, der beim Vortrag nur am Rande aufkam: Diebstahl und illegal abgeladener Müll.
Die Summen dafür genau zu beziffern würde einen wahnsinnigen Aufwand bedeuten. Aber man fragt sich schon, was für Menschen es gibt, wenn man zum einen hört, dass Diebstahl (sowohl von Material als auch von Geräten und Geräteteilen) ein massives Problem ist, und dann das Foto einer vermüllten (weil praktischerweise abgeholzten) Böschung sieht, deren Reinigung dann 66.000 EUR (!) gekostet hat. Wäre doch mal interessant zu wissen, welche Kosten die Müllberge verursachen, die über die ganzen Jahre der Bauzeit beseitigt werden mussten.

Sehr eindrucksvoll waren auch Luftaufnahmen und Videos, die die Baustelle aus Vogelperspektive zeigen. Etliche sind auf der Homepage von Straßen NRW zu sehen.

Nicht nur die Homepage an sich, sondern auch die Webcams, die an verschiedenen Stellen aufgestellt wurden, scheinen sich einiger Beliebtheit zu erfreuen. Jedenfalls werden Ausfälle oder Beschädigungen immer recht schnell gemeldet.
Die neuen Verkehrsführungen werden ebenfalls an dieser Stelle veröffentlicht, so dass sich der interessierte Anwohner bei Bedarf informieren kann, was sich aktuell verändert.

Mit einem Einblick in einige der Probleme, die ein solches Projekt mit sich bringt, aber auch in gelungene Brückenabbrüche und andere Anekdoten, war dieser Vortrag eine gelungene Veranstaltung, und wir bedanken uns ganz herzlich bei Straßen NRW für diesen interessanten Nachmittag.

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