Bezirksgruppen > BG Aachen > Exkursionen & Berichte > Jahresrückblick 2019
BG-Aachen

Besichtigung der Printenbäckerei Klein

tl_files/VSVI-NRW/Bezirksgruppen/Aachen/Exkursionen_Berichte/Rueckblick_2019/10-2019_Printenbaeckerei.jpgOb hart oder weich, mit dunkler, Vollmilch- oder weißer Schokolade, mit Mandeln oder Haselnüssen, als Platte, geschnitten oder in Konfektform – Printen sind in vielen Varianten zu haben. Und wir durften sie alle probieren!

Die Bäckerei Klein wurde 1912 gegründet. Damals wurden neben Printen auch noch Brot und Backwaren hergestellt. Vor 20 Jahren fiel dann die Entscheidung, sich auf seine Stärke (nämlich die Printenherstellung) zu konzentrieren, und die anderen Backwaren zuliefern zu lassen.
Die Printen werden ganzjährig in Handarbeit produziert. Ab September steigt dann der Bedarf stetig an, um diverse Weihnachtsmärkte und Ladenlokale beliefern zu können.

Herr Klein begann die Besichtigung mit den Inhaltsstoffen der Printen: Mehl, Wasser, Zucker und diverse Gewürze, sowie Pottasche als Triebmittel. Die Printe wird dadurch sehr hart, aber auch haltbarer und bekömmlicher als anderes Gebäck, das auch Fette und Eier enthält.

Vor 400 Jahren wurden die Printen noch nicht mit Rübenzucker hergestellt. Dadurch war der Teig härter als heute und konnte mit Holzformen "geprintet“ (also gedruckt) werden. Damals wurden die Printen aber auch noch von Pilgern als Andenken mitgenommen. Sie waren also zum Anschauen, nicht zum Verzehr gedacht.
Der Einsatz von Rübenzucker machte den Teig etwas weicher. Er lief auseinander und konnte nicht mehr mit Mustern bedruckt werden. Wenn heute Printenmännchen oder ähnliches gebacken werden, werden die Muster deshalb mit Mandeln gelegt.

Ideenreichtum der Bäcker und Kundenwünsche führten im Laufe der Zeit zu immer mehr Printen-Varianten. Der Klassiker ist aber die Gewürzprinte, die etliche Aachener ganzjährig konsumieren. Sie ist beim Kauf immer hart. Das bedeutet aber nicht, dass man sie auch so essen (und Angst um seine Zähne haben) muss. Lagert man Hartprinten in einer Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit, werden sie weicher. So kann man selbst entscheiden, wie weich die Printe werden soll.

Dank unterschiedlichster Mischungen findet jeder seine Lieblingsprinte. Und wenn dann in der Printen-Mischung die Schoko-Nuss-Sorte immer als erstes aufgegessen ist, kann man beim nächsten Einkauf ja einfach eine Schokoladen-Nuss-Variation zusätzlich mitnehmen.

Wir haben bei dieser Besichtigung auf zweierlei Arten genossen. Schließlich ist nicht jeder Aachener automatisch ein Printen-Kenner. Und die unterhaltsamen Geschichten über Printen und das Printengeschäft haben uns den Nachmittag genauso versüßt, wie die unterschiedlichen Probeprinten.

 

Zurück