Landesvereinigung VSVI-NRW
Aktuelles Landesvereinigung

„Verkehrspolitik im Spannungsfeld von Umwelt und Naturschutz“

Festvortrag von Oliver Krischer, Minister für Umwelt,
Naturschutz und Verkehr des Landes NRW
auf der Tagung der VSVINRWam 06.09. 2022 in Vaals NL

Meine sehr verehrten Damen und Herren, sehr geehrter Herr Oehler, sehr geehrter Herr Baltzer,
herzlichen Dank für die Einladung und die Gelegenheit, zu Ihnen sprechen zu dürfen. Hier in meiner Heimat hätte auch ich die regionale Begrüßung übernehmen können. Den ein oder anderen von Ihnen kenne ich sehr gut; es gibt halt viele Beziehungen über die Grenze hinweg. 

Von Herrn Baltzer wurde gerade beschrieben, wie sich diese Region verändert hat. Aus meiner Sicht zeigt es, welche Potenziale des europäischen Zusammenhalts sich hier bieten. Danke, dass Sie mit Ihrer Veranstaltung heute nach Vaals gekommen sind. Sie stehen als berufsfachliche Vereinigung in Nordrhein-Westfalen für rund 1800 Ingenieurinnen und Ingenieure des Straßenbau- und Verkehrswesens. Sie sind also ein „großer mittelständischer Betrieb“ oder, je nachdem wie man es sehen will, ein „kleiner Konzern“. Kompliment dafür!

Doch Sie leisten noch viel mehr: Sie sorgen dafür, dass innerhalb Ihres Berufsstandes ein regelmäßiger Austausch und Kontakte zwischen Verwaltungen, privaten Büros, Baufirmen und auch der Wissenschaft stattfindet. Bei den komplexen Bauprojekten, die wir zu bewältigen haben − ich komme gleich noch drauf – ist das ein ganz wichtiges Thema.Für den Austausch dienen sowohl Ihre regelmäßigen Exkursionen als auch Ihr jährliches Seminarprogramm. Freuen würde ich mich, wenn Sie mit Ihrem Seminarprogramm in den nächsten Jahren auch die besonderen Schwerpunkte unserer Verkehrspolitik unterstützen würden. Ich denke da vor allen Dingen an die Sanierung und Instandhaltung unserer Straßen und Ingenieurbauwerke – und natürlich den konsequenten Ausbau unserer Radinfrastruktur. Wir reden in diesem Kontext über viele Herausforderungen. 

Ich bin zwar noch nicht lange im Amt, aber die Rahmede-Brücke, zwar als Teil der A45 nicht in unserer Zuständigkeit, beschäftigt uns natürlich intensiv. Sie ist ein ganz besonderes Beispiel für die Herausforderungen der nächsten Jahre.  Sie werden sicherlich in den Koalitionsvertrag geschaut oder zumindest etwas von seinem Inhalt gehört haben. Hier möchte ich ansetzen – mit einem kurzen Überblick darüber, wie wir den Straßenbau und die Fahrrad-Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen zukünftig angehen wollen. Unser Ziel ist es, den Verkehr besser zu machen. Er soll effizienter, moderner und nachhaltiger werden. Dem Schutz des Klimas, werden wir dabei in Zukunft eine weitaus höhere Bedeutung zumessen und Umwelt und Natur dabei nicht aus den Augen verlieren.
Wie erreichen wir das am besten? Indem wir Wege finden, das offensichtlich bestehende Spannungsverhältnis zwischen Verkehr auf der einen und Klima-, Natur- und Umweltschutz auf der anderen Seite zu befrieden. Hier darf ich den Ministerpräsidenten zitieren: „die zentrale Herausforderung unserer Generation und dieses Jahrhunderts ist die Bewältigung der globalen Klimakrise“. Wenn wir in diesem Sommer die Beispiele vom austrocknenden Rhein und von den sterbenden Wäldern hier in der Eifel gesehen haben, müssen wir diese Entwicklungen dringend im Blick behalten. Darum müssen wir uns kümmern, und damit wird auch klar, dass der Verkehrssektor hier seinen entsprechenden Beitrag leisten muss. 

Einen wesentlichen Schritt in diese Richtung haben wir schon gemacht, als die neue Landesregierung die für Verkehr, Naturschutz und Umwelt zuständigen Ressorts in einem Ministerium zusammengeführt hat. Die Konflikte, die es hier unzweifelhaft gibt, können wir nicht wegdiskutieren, aber wir können neue und pragmatische Lösungen suchen und die drei Komplexe zusammenführen. Und ich kann Ihnen sagen, dass sich in den ersten Wochen in meinem Ministerium an vielen Stellen schon Perspektiven und Chancen aufgetan haben. Wenn wir beispielsweise über das Thema Lärm reden, treffen Menschen aufeinander und sagen: Ja, darüber hätten wir eigentlich schon früher mal reden und versuchen sollen, dieses oder jenes Problem vielleicht ganz anders als bisher anzugehen. 

Meine Damen und Herren, der neue Ressortzuschnitt bietet gute Chancen, bestehende Zielkonflikte zu identifizieren und möglichst aufzulösen. Nur so können wir die großen Herausforderungen der Mobilität bewältigen, denen wir uns in Nordrhein-Westfalen stellen müssen. Die Aufgaben, die wir da vor uns haben, sind wahrlich nicht zu unterschätzen! Nordrhein-Westfalen ist mit seiner Verkehrs-Infrastruktur und den verschiedenen Verkehrsträgern die zentrale Drehscheibe des Verkehrs nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Ein dichtes Netz von Straßen, Schienen und Wasserwegen bewältigt Tag für Tag enorme Personen- und Warenströme. Intakte, leistungsfähige, sorgfältig und mit großem fachlichen Wissen geplante und errichtete Verkehrswege bilden das Rückgrat unserer prosperierenden Wirtschaft und Gesellschaft.Und dieses dichte Netz, das über viele Jahrzehnte geplant, verwirklicht und evolutiv entstanden ist, müssen wir erhalten und weiterentwickeln, damit die Mobilitätsbedürfnisse von Wirtschaft, Gesellschaft und der Menschen angemessen befriedigt werden können. Auf der anderen Seite müssen wir aber auch die notwendige Transformation zu einer klimaneutralen Mobilität hinbekommen.  Eine ganz kleine Aufgabe ist das nun wahrlich nicht!

Meine Damen und Herren, ein hohes Verkehrsaufkommen, wie wir es besonders in unserem Bundesland im Moment haben, belastet das Klima. Der Ausbau der Infrastruktur führt regelmäßig zu erheblichen Eingriffen in Natur und Landschaft. Die Interessen von Umwelt- und Naturschutz sowie Verkehr werden also nicht von ungefähr oft als gegenläufig wahrgenommen.Verkehrswege zerschneiden natürliche Lebensräume, unterbrechen tradierte Wanderrouten der Tierwelt. Während der Naturschutz versucht, die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts zu sichern, beeinträchtigen Verkehrstrassen – ungewollt – diese natürlichen Funktionen. Dem gegenüber steht der legitime und selbstverständliche Anspruch der Bürgerinnen und Bürger sowie der Wirtschaft, Waren und Dienstleistungen effektiv und nachhaltig über Verkehrswege bewegen zu können. Dem muss jede verantwortungsvolle Politik entsprechen und das zusammenbringen. Für mich eine meiner zentralen Herausforderungen. Das alles ist nicht neu: Schon heute werden bei der Verkehrsplanung die Belange von Natur- und Umweltschutz in vielfältiger Weise berücksichtigt. Dazu gehört natürlich auch, und da sind wir im Bereich der Stadt- und der Raumplanung, unnötige Personen- und Güterverkehre möglichst zu vermeiden und auf das jeweils umweltfreundlichste Verkehrsmittel zu verlagern. Corona hat es zum Beispiel gezeigt, dass die Arbeitswelt sich schnell wandeln kann. Homeoffice – bis vor wenigen Jahren ein hoch umstrittenes Thema, ist heute alltäglich geworden. Es ist selbstverständlich geworden, dass man zeitweise auch von zu Hause aus arbeiten kann. Dass damit auch Verkehre vermieden werden und auch ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird, liegt auf der Hand. 

Das alles sind Maßnahmen, die sich natürlich in der Verkehrspolitik wiederfinden werden. Um Eingriffe in Natur und Landschaft möglichst naturverträglich zu gestalten, hat der Gesetzgeber mehrere Instrumente zur Verfügung, um den Schutz der Natur langfristig zu gewährleisten. Verträglichkeitsprüfungen und Eingriffsregelungen helfen dabei, negative Auswirkungen von Bauvorhaben auf Natur und Landschaft zu vermeiden oder zu kompensierenDazu gehört auch, dass wir Schutzgebiete definieren, in denen Verkehrsaktivitäten nicht stattfinden sollen. Um ein Beispiel hier in der Region zu nennen: niemand käme auf die Idee, eine neue Straße oder einen anderen Verkehrsweg durch den Nationalpark Eifel zu bauen - ein bevorzugter und klar definierter Schutzraum, der von Trassenplanungen freizuhalten ist. Am Ende geht es darum, beim Ausbau, bei der Weiterentwicklung, aber auch bei der Erhaltung der Infrastruktur mögliche Konflikte klar zu definieren und alle Argumente des Für und Wider auf den Tisch zu legen. Nur, wenn die Interessen beider Seiten ihre Berücksichtigung finden, kann man zu ausgewogenen Lösungen kommen und die gemeinsam in der Öffentlichkeit vertreten. 

Die große Herausforderung der Verkehrsplanung besteht also darin, einerseits eine gut vernetzte Infrastruktur mit größtmöglicher Sicherheit und Leichtigkeit für die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer zu schaffen und dabei andererseits die Beeinträchtigung für Natur und Landschaft so gering wie möglich zu halten. Das bedeutet, eine vorausschauende Raumplanung zu betreiben und sich der naturräumlichen Situation anpassen. Wir brauchen einen Ausbau der Infrastruktur - den dabei häufig unvermeidbaren Zielkonflikten, müssen wir uns stellen! Auch für den Bau von Radwegen wird Fläche benötigt, in Landschaften eingegriffen, werden Böden versiegelt. Derartige Fragen müssen wir lösen. Dazu gehören aber auch ein bisschen guter Willen, ein bisschen Pragmatismus und ein bisschen Gefühl für die wirklichen Prioritäten. 

Meine Damen und Herren, über die verkehrspolitischen Ziele der neuen Landesregierung gibt der zwischen den Parteien beschlossene Koalitionsvertrag umfassend Auskunft. Daraus will ich Ihnen ein paar generelle Punkte in Erinnerung rufen, weil sie ganz gut beschreiben, wo die Landesregierung die Prioritäten sieht:Der öffentliche Verkehr, der Schienen- und der Radverkehr sind das Rückgrat einer zukunftsfähigen, nachhaltigen und vernetzten Mobilität. Dieser Satz steht am Anfang und zeigt, wo die Prioritäten liegen. Wir wollen den öffentlichen Verkehr zu einer echten Alternative zum Individualverkehr machen, um die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen. 

Lieber Herr Grüttemeier, ich hoffe, ich trete jetzt niemandem in der Region hier zu nahe, wenn ich anmerke, dass man vom Aachener Hauptbahnhof noch eine Dreiviertelstunde bis hierher braucht; mit Verlaub, das ist zu lange. Aber das beschreibt schon genau das Problem, das der öffentliche Verkehr hat: besonders in der Fläche bestehen noch große Herausforderungen. Wir haben auf den großen Verbindungen zwischen den Metropolen zwar oft Kapazitätsprobleme, doch da gibt es durchaus gute Verbindungen. Aber, wer wie ich regelmäßig mit dem RB1 unterwegs ist, merkt, dass es aber im Regionalverkehr noch an Kapazitäten mangelt. Auch in der Fläche, wie zum Beispiel zu so einer Event Location, müssen wir noch sehr, sehr viel deutlicher die Verbindungen und die Takte verbessern. Anders werden wir unser Ziel aus dem Koalitionsvertrag nicht erreichen, bis 2030 das ÖPNV-Angebot um 60 Prozent zu erhöhen.  

Das soll dann auch der Einstieg in eine Mobilitätsgarantie für das ganze Land sein. Denn Nordrhein-Westfalen besteht – das brauche ich in dieser Runde eigentlich nicht zu betonen − nicht nur aus Städten und Ballungsräumen, sondern wir haben sehr viele ländliche Räume, in denen wir den Ausbau von Bürgerbussen und On-Demand-Verkehren brauchen. Um die Mittelzentren zu verbinden, wollen wir sehr stark die Schnellbuslinien ausbauen. Außerdem ist es unser Ziel, das S-Bahn-Netz in einen 15-Minuten-Takt und die Hauptachsen des SPNV in einen 30-Minuten-Grundtakt zu bringen. Gleichzeitig wollen wir – im Konsens mit der Bundesebene -, dass die Antriebe der Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs dekarbonisiert werden. Elektromobilität und wasserstoffbetriebene Motoren sind die Entwicklung, die heute schon stattfindet. Wir werden das nachdrücklich unterstützen. 

Wir wollen mehr Güterverkehr auf die Schiene verlagern. Damit leisten wir einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz und entlasten gleichzeitig den Verkehr auf unseren Straßen. Gestern war ich noch mit dem Bundesverkehrsministerium unterwegs. Es galt, eine ganze Reihe von Fragen anzupacken, die die Gleisanschlüsse von Gewerbegebieten betreffen. Gerade hier soll die Schiene wieder attraktiver werden und ihre zweifelsfrei vorhandene Potentiale nutzen. Aber wir müssen auch über die grenzüberschreitenden Bahnverbindungen mit Belgien und den Niederlanden reden. Leider kommen sie seit Jahren nicht wirklich voran. Auch hier gilt es, noch erhebliche Potenziale zu erschließen. Meine Damen und Herren, ich möchte mich jetzt, und das wird Sie wahrscheinlich am meisten interessieren, der Straßen- und Radwege-Infrastruktur in NRW widmen: welche Bedeutung werden Straßen in Zukunft als Verkehrsträger haben und welche Schwerpunkte wird die Landesregierung setzen? Und um es gleich vorweg zu sagen: Straßen in jeder Form, angefangen beim kleinen Gemeindeweg bis hin zur sechs- oder achtspurig ausgebauten Bundesautobahn sind ein nicht wegzudenkender Verkehrsträger in unserem Lande. Die Sanierung und die Erhaltung dieser Infrastruktur hat für die Landesregierung höchste Priorität. Ich betone das besonders, weil in der Vergangenheit dieser Bereich zu sehr vernachlässigt worden ist. Und da bin ich konservativ im besten Wortsinn: wir müssen uns darauf konzentrieren, gerade die Straßeninfrastruktur, die über Jahrzehnte aufgebaut worden ist, zu erhalten. Natürlich gilt das auch für die Schiene, bei der die Lage nicht viel besser, sondern in Teilen sogar noch problematischer ist. 

Wir sehen gerade im Südwestfälischen welche Probleme in einem Raum entstehen, wenn, wie durch die Sperrung der A45, plötzlich eine vorhandene Infrastruktur im wahrsten Sinne des Wortes wegbricht. Wenn NRW auch nicht Baulastträger der Bundesautobahn ist, macht dieses Beispiel für mich überdeutlich, dass wir mit der Verabredung in unserem Koalitionsvertrag auf dem richtigen Weg sind, wenn wir die vorhandenen finanziellen und personellen Ressourcen zunächst für die Sanierung und den Erhalt unseres Straßennetzes einsetzen. Der Neubau muss dann halt hintenanstehen. Natürlich werden wir auch weiterhin die eine oder andere Neubaumaßnahme in Angriff nehmen; das wird sich aber sehr stark auf den Bereich der Ortsumgehungen konzentrieren.  

Denn weniger Verkehr im Ort bedeutet weniger Schadstoffe, mehr Sicherheit für Zufußgehende und Radfahrende, weniger Lärm und mehr Lebensqualität für die Menschen, die hier wohnen und arbeiten. Demgegenüber stehen besonders der Flächenverbrauch und die Zerschneidung der Landschaft.In Abwägung dieser Punkte werden wir den Landesstraßenbedarfsplan nach den Kriterien verkehrlicher Bedarf, Finanzierung und Klimaschutz auf Basis des Anfang 2023 fertiggestellten Landesverkehrsmodells neu aufstellen. Bei dieser Gelegenheit werden wir auch die Prioritäten für Neubauprojekte festlegen. Natürlich werden Projekte, die im Bau oder im Planungsstadium sehr weit fortgeschritten sind, soweit sich das realisieren lässt, weiter vorangetrieben. Das ist auch so vereinbart.
Im Vorgespräch hatten wir darüber gesprochen:  in der Vergangenheit war es ja oft so, dass für die Verkehrsinfrastruktur das Geld fehlte. Aber inzwischen haben wir an vielen Stellen einen anderen Flaschenhals: Sie hier im Raume wissen, wovon ich spreche. Es fehlen uns zunehmend die Menschen, die diese Aufgaben erledigen können und wollen. Und das ist eines der Themen, auf die wir uns alle sehr stark konzentrieren müssen. Ich lasse keine Veranstaltung verstreichen, besonders, wenn sie vor jungen Menschen stattfindet, ohne dafür zu werben, dass sie in Ingenieurberufe gehen. Ich appelliere an alle - und auch an Sie -, diese Berufsbilder für jungen Menschen attraktiv zu machen. Sie sollten ihnen vermitteln, dass Ihre Aufgaben nicht etwas sind, die irgendwie von gestern kommen, sondern dass sie dazu beitragen, diese Welt ein bisschen klimafreundlicher, gerechter und transformativer zu machen. Das ist eine spannende Aufgabe, weil sich viele junge Menschen gerade auch einem größeren Projekt widmen wollen. Solche Bewerber brauchen wir dringend, wenn wir beispielsweise bei Straßen NRW freie Stellen besetzen wollen. Meine Damen und Herren, der Radverkehr hat für die Menschen in unserem Land enorm an Bedeutung gewonnen. Die Landesregierung wird die dafür benötigte Infrastruktur sicher und komfortabel ausgestalten. Und dem wollen wir auch durch die Bereitstellung von angemessenen Ressourcen Rechnung tragen. Bis 2027 wollen wir 1.000 Kilometer neue Radwege bauen und ein flächendeckendes Radwegenetz in Nordrhein-Westfalen schaffen. Wir entwickeln eine Potenzialanalyse für ein Radwege-Vorrangnetz und wollen die bereits beschlossenen Radschnellwege-Projekte des Landes mit Priorität weiter vorantreiben. 

Aber dabei wollen wir es nicht belassen. In einem noch zu erstellenden Bedarfsplan wollen wir neue Optionen für weitere Verbindungen identifizieren und diese möglichst zügig realisieren. Um die Größenordnung und Prioritäten deutlich zu machen − wir wollen mindestens genauso viele Haushaltsmittel für den Neu- und Ausbau von Radwegen zur Verfügung stellen wie für den Neu- und Ausbau von Straßen. Gerade in einer Region wie Aachen ist das gut zu sehen, dass das Fahrrad nicht mehr nur das Freizeit-Fortbewegungsmittel nach Feierabend oder am Wochenende ist. Zunehmend werden besonders die Pedelecs im Alltag auch für den Weg zur Arbeit genutzt. Um sich dieser neuen Herausforderung zu stellen, hat die Landesregierung vereinbart, dass sie hier eine entsprechende Priorität setzen wird.  Wir werden mit allem Nachdruck, und da spricht jetzt sowohl der Umwelt- wie auch der Verkehrsminister, dafür sorgen müssen, dass für die erforderlichen Infrastrukturen aber auch die notwendigen Flächen bereitgestellt werden. Dafür werden wir klare Prioritäten schaffen.Meine Damen und Herren, in Nordrhein-Westfalen leiden 1,4 Millionen Menschen unter Verkehrslärm. Diese Zahl ist entschieden zu hoch! Wir wollen sie Schritt für Schritt reduzieren und die hierfür nötigen Investitionen ermöglichen. Um hier Lösungen zu finden – lärmmindernder Fahrbahnbelag, Umbaumaßnahmen, aktiver oder passiver Lärmschutz - sind Sie mit Ihrem Wissen und Ihrer Erfahrung gefordert. Wie auch immer, wir müssen die Lärmbelastung in unserem Land reduzieren! Lärm wird zwar oft nicht so ganz ernst genommen, aber viele Studien belegen, dass auch er eine Ursache für Krankheiten ist. Und diese Ursache müssen wir bekämpfen! 

Durch einen offenen Austausch und viel Engagement möchten wir den Schutz vor Verkehrslärm unbedingt weiter nach vorne bringen. Im neuen Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr können wir die Positionen sozusagen „unter einem Dach“ austauschen und moderieren. Dies halte ich für eine besonders günstige Voraussetzung, um Interessen aufzunehmen und Spannungsfelder zu moderieren.
Gemeinsam mit anderen Bundesländern wurden die „Eckpunkte für eine Verbesserung des Lärmschutzes in Deutschland“ inzwischen evaluiert. Im Ergebnis treten derzeit leider immer noch viele Defizite zutage. Es fehlen weiterhin wirksame rechtliche Instrumente, um die Lärmbelästigung der Menschen, die entlang von Verkehrsweg leben, auf ein verträgliches Maß zu mindern.

Um die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen des Lärmschutzes an Verkehrswegen wirksam zu verbessern, werden wir uns auch auf der Bundesebene mit großem Nachdruck einbringen.Meine Damen und Herren, Luftschadstoffe, die vom Verkehr freigesetzt werden, haben – ebenso wie Lärmemissionen – erhebliche negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Allerdings dürfen wir heute feststellen: In Nordrhein-Westfalen hat sich die Luftqualität in den letzten Jahrzehnten stark verbessert. Wir haben in NRW schon viel geschafft, damit die Grenzwerte weitgehend eingehalten werden.Dennoch werden wir uns diesem Thema in Zukunft wieder verstärkt zuwenden müssen. Denn aktuell läuft bei der EU die Fortschreibung der Luftqualitätsrichtlinie. Die Kommission wird noch in diesem Jahr ihren Entwurf vorlegen. Falls sie den Forderungen nach einer Absenkung der Grenzwerte folgen wird, braucht es neue, sicher auch einschneidende Maßnahmen auch hier in NRW..  Aber die Hauptbaustelle auf dem Weg zu einem emissionsfreien Individualverkehr ist die Elektromobilität. Nordrhein-Westfalen hat die meisten Elektrofahrzeuge auf der Straße; da wir mit Abstand aber auch das bevölkerungsreichste Bundesland sind, ist das nicht weiter überraschend - vor ein paar Jahren war das aber noch anders. Die dynamische Entwicklung in diesem Bereich stimmt mich ehrlich gesagt froh. Als jemand, der schon seit Jahren elektromobil unterwegs ist, kann ich mich gut daran erinnern, dass man sich freute, wenn man mal jeden zweiten Tag einen anderen Elektromobilisten traf - heute ist das inzwischen Alltag, und die Zulassungszahlen steigen.  Aber natürlich heißt das auch, dass wir uns noch stärker dem Aufbau der Lade-Infrastruktur widmen müssen. Die Dynamik, die lange Zeit fehlte, ist inzwischen auch da, weil wir das „Henne-Ei-Problem“ gelöst haben. Wer ein Einfamilienhaus besitzt, hat mit dem Laden ohnehin kein Problem, aber für alle anderen, die unterwegs sind, bleiben „Reichweiten“ und „Batterien“ immer noch Reizworte.

Doch wir kommen zunehmend voran, müssen aber an der einen oder anderen Stelle noch etwas nachlegen. Insbesondere müssen wir die einschlägigen Förderprogramme des Bundes und des Landes – bei uns ist das Wirtschaftsministerium zuständig - umsetzen. Wir sprechen hier über den wichtigsten Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors, um am Ende tatsächlich auch im Verkehrsbereich die Klimaschutzziele zu erreichen. Nun möchte ich auf einen weiteren Punkt eingehen, ohne den zurzeit eine politische Diskussion nicht mehr auskommt: es ist die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. Beschleunigte Verfahren sind leider – verzeihen Sie mir den Begriff – alternativlos, denn ein ganz erheblicher Teil der Verkehrsinfrastruktur wird in den kommenden Jahren erneuert und saniert werden müssen. Wenn zum Beispiel für Radschnellwege im Ruhrgebiet Planungsprozesse Jahre dauern und Windenergieanlagen teilweise sieben Jahre für eine Genehmigung brauchen, dann läuft hier etwas falsch. Wir können den steigenden Anforderungen allerdings begegnen, indem wir diese Prozesse und Verfahren standardisieren, vereinfachen, verkürzen sowie verpflichtend digitalisieren und möglichst automatisieren. Dazu werden wir alle rechtlichen und technischen Mittel nutzen, die uns zur Verfügung stehen. Allerdings werden wir auch hier alle beteiligten Interessen im Auge behalten und Zielkonflikte moderieren. Beschleunigung ja, Vereinfachung ja – aber mit Augenmaß und geleitet von den fachlichen Anforderungen aller Beteiligten. Wir werden uns also sehr genau anschauen müssen, welche Stellschrauben hierfür geeignet und zielführend sind.Denn wie ich eingangs bekräftigt habe: Ich werde mich sehr dafür einsetzen, dass den naturschutz- und umweltrechtliche Belangen weiterhin Rechnung getragen wird. Sie sind in allen Planungsprozessen und Verwaltungsverfahren ausdrücklich zu berücksichtigen. 

Aber ganz entscheidend ist, dass wir in den Behörden und Verwaltungen auch Menschen bekommen, die diese Arbeit tatsächlich schnell und effektiv leisten können.  Und deshalb haben wir als Landesregierung vereinbart, die Umweltverwaltungen zu stärken. Ausdrücklich kam dieser Wunsch auch aus der Industrie, die gesagt hat, dass sie gerade in Zeiten der Transformation bei vielen Prozessen eine hochprofessionelle Unterstützung braucht.  Meine Damen und Herren, als jemand, der hier in der Region lebt und diese katastrophale Flut im letzten Jahr miterlebt hat, muss ich sagen: wenn wir wollen, dann geht es auch.  Wir sind dort inzwischen bei der Verkehrs-Infrastruktur so weit, dass wir zumindest im Straßenbereich die größten Hindernisse im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Weg geräumt haben: die Brücken sind saniert oder neu aufgebaut worden. Ich habe mir vor Kurzem eine Erft-Brücke in Euskirchen angesehen. Dort hat man beim Neubau die Risiken, die bei dieser Flut deutlich geworden sind, in der Neukonstruktion berücksichtigt. In der Bewältigung der Flutschäden haben wir uns also selbst bewiesen, dass Infrastrukturprojekte auch unter großem zeitlichen Druck zügig und doch sehr sorgfältig umgesetzt werden können. Hieraus sollten wir unsere Schlüsse ziehen! So wollen wir das serielle Bauen und Sanieren in NRW stärker etablieren. Durch systematische Innovationsförderung im Brückenbau und eine stärke Verzahnung von Planung und Bau durch Mischlosvergabe oder Funktionalausschreibungen wollen wir den Aufwand bei Planung, Ausschreibung und Bau deutlich verringern. Das sind Bausteine, mit denen wir am Ende effektiver vorankommen und die Prozesse beschleunigen können. Wenn man zum Beispiel in Lüdenscheid unterwegs ist, erfährt man sehr schnell, warum die Menschen nicht verstehen wollen, dass so ein Ersatz-Neubau für die A45 fünf oder noch mehr Jahre dauert. Sie wollen, dass das deutlich schneller geht. Klar, aber manche Verfahren können wir einfach nicht verkürzen - aber die Möglichkeiten, die wir haben, die sollten und wollen wir auch voll nutzen.

An dieser Stelle danke ich zunächst nochmals ausdrücklich den Kolleginnen und Kollegen des Landesbetriebs Straßen NRW für ihre Leistungen, die sie bei der Beseitigung der Schäden der Flutkatastrophe im Juli des vergangenen Jahres erbracht haben. Aber auch, wie sie die Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Neubau der Rahmedetalbrücke in Lüdenscheid angepackt hat, hat mir sehr imponiert. Vielen Dank dafür!  Das zeigt auch, dass am Ende Ingenieurbüros, Baufirmen und die Menschen in den Verwaltungen es doch hinbekommen, auch in wirklich kürzester Zeit Lösungen für ihre Mitmenschen zu schaffen. Und das ist auch etwas, das ich mir für die Arbeit in der Zukunft wünsche, dass wir da tatsächlich so pragmatisch wie möglich unterwegs sind und Aufgaben da, wo es dann auch wirklich nötig ist, sehr schnell bewältigen.

Meine Damen und Herren, zum Schluss möchte ich noch auf etwas eingehen, das in dieser Runde vielleicht nicht ganz unwichtig ist: Da jetzt der Verkehr an dritter Stelle im Namen des Ministeriums steht, werde ich gefragt, ob damit dieser Geschäftsbereich nun an letzter Stelle rangiert. Ich sage das sehr, sehr deutlich, dass dem überhaupt nicht so ist. Selbst wenn ich das anders wollte oder anders gewollt hätte, die ersten Wochen in diesem neuen Haus haben mir gezeigt, wo die Themen unterwegs sind, wo Arbeit zu erledigen ist und wo Dinge auch vorangebracht werden. Dabei will ich natürlich überhaupt keine Wertung vornehmen, aber seien Sie versichert, wenn ich in meinen Terminkalender gucke, da steht der Verkehr nun überhaupt nicht hinten an, sondern ganz im Gegenteil.  Ich sehe das als eine große Chance, dass wir Umwelt und Verkehr, die wir jahre- oder jahrzehntelang als Gegensatz betrachtet haben, zusammen auf eine Ebene bringen. Wir müssen auch mental akzeptieren, dass wir hier keinen Gegensatz haben, sondern dass die Gelegenheit besteht, das völlig berechtigte Mobilitätsbedürfnis der Menschen zusammenzubringen mit dem genauso berechtigten Bedürfnis, in einer gesunden und gut erhaltenen Natur zu leben. Ich jedenfalls sehe meine Aufgabe in diesem Hause darin, die Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen Bereichen in einem neuen Gleichgewicht auf einer Ebene zusammenzubringen. 

Meine Damen und Herren, das ist der Anspruch, den der Minister Ihnen hier verkünden kann und den ich sehr gerne vertrete. Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Mentalität des gemeinsamen Miteinanders unterstützen würden. Sie sind diejenigen, die am Ende die politischen Zielvorstellungen bis hin zu den Maßnahmenprogrammen in der Praxis umsetzen müssen. Wenn die heutige Veranstaltung an diesem wunderschönen Ort dazu beiträgt, den Austausch voranzubringen, neue Ideen zu entwickeln, dann ist das ein gewonnener Tag für eine nachhaltige, bessere Mobilität in Nordrhein-Westfalen - im Zentrum Europas. Danke für Ihre Aufmerksamkeit. 

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A2: 1650 Tonnen schwere neue Brücke bei Kamen eingehoben

Kamen. Zentimetergenaue Maßarbeit lieferte die Autobahn Westfalen am Samstagmorgen mit einem Koloss aus Stahl und Beton ab: 1650 Tonnen schwer und 62 Meter lang ist die neue Stabbogenbrücke, die von Schwerlastfahrzeugen an ihre endgültige Position über der A2 zwischen dem Kamener Kreuz und der Anschlussstelle Kamen/Bergkamen gehievt wurde.

Die neue Brücke, auf der zukünftig die Hammer Straße zwischen Hamm-Pelkum und Kamen die Autobahn quert, wurde innerhalb weniger Wochen direkt neben der A2 aus angelieferten Fertigteilen zusammengesetzt. Die Eingriffszeit in den fließenden Verkehr konnte durch diese innovative Bauweise im Vergleich zu einer konventionellen Bauweise massiv reduziert werden. Zukünftige Arbeiten an der Brücke erleichtert zudem ein digitaler Zwilling, der im Rahmen eines Pilotprojekts angefertigt wurde.Die Herausforderung des Einbaus der neuen Brücke bestand nicht nur in ihren Ausmaßen, sondern auch in den örtlichen Begebenheiten. Um eine vorhandene Lärmschutzwand nicht zu beschädigen, musste der Überbau mittels hydraulischer Vorrichtungen zunächst auf sechs Meter Höhe angehoben werden, ehe er die kurze Distanz bis zu seiner endgültigen Position auf den präzise koordinierten Schwerlastfahrzeugen Meter für Meter zurücklegen konnte. Bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag wurden dafür Schutzplanken entfernt und der Mittelstreifen befahrbar gemacht. Für den gesamten Einbau musste die A2 bei Kamen für ein Wochenende gesperrt werden.

In den kommenden Wochen wird die Brücke nun fest mit der Fahrbahn der Hammer Straße verbunden. Zudem erledigt die Autobahn Westfalen Restarbeiten, sodass bereits ab Mitte November die Verkehrsführung auf der Autobahn abgebaut werden kann. Voraussichtlich Ende November wird die Hammer Straße dann wieder für Verkehrsteilnehmer freigegeben – gerade einmal 100 Tage nachdem sie gesperrt werden musste.

Quelle: Die Autobahn Westfalen

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A45: Sprengabbruch der Talbrücke Rahmede vergeben

Lüdenscheid. Die Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH des Bundes hat den Auftrag zum Sprengabbruch der Talbrücke Rahmede vergeben. Auftragnehmer ist die Firma Heitkamp Umwelttechnik GmbH. Die Firma Liesegang ist als einer der Nachunternehmer für die Sprengung verantwortlich. Liesegang hatte im Auftrag der Niederlassung Westfalen Anfang des Jahres auch die Talbrücke Rinsdorf gesprengt.

Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr: „Heute erreichen uns gute Nachrichten aus Lüdenscheid: Das Vergabeverfahren zur Sprengung der Talbrücke Rahmede ist abgeschlossen. Das ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Ersatzneubau. Jetzt kann die Detailplanung für den Sprengabbruch beginnen. Bald wird für alle sichtbar, dass es zügig vorangeht. Parallel wird weiter mit Hochdruck an Planung und Bau der neuen Brücke gearbeitet. Wir werden hier nicht nachlassen und alle Ressourcen bündeln, damit die Lüdenscheider möglichst schnell entlastet werden.“ 

„Heute haben bereits die Fällarbeiten unter der Brücke begonnen, um die Flächen für das Fallbett vorzubereiten. Ziel ist, die Brücke so schnell wie möglich zu Boden zu bringen“, sagt Elfriede Sauerwein-Braksiek, Leiterin der Autobahn-Niederlassung Westfalen. Aus rund 60.000 Kubikmeter Boden wird nun unter der Brücke ein Fallbett gebaut. Die Herausforderung dabei: Die steil abfallenden Hänge sowie die Neigung des Hangs in Richtung Norden hin zur Straße Im Wiesental. „Hier muss der Hang zunächst gesichert werden“, so Stiepert. Der Großteil der An- und Ablieferung von Boden und Abraum soll über die Autobahn laufen, um die Straßen in Lüdenscheid nicht zusätzlich mit Bauverkehr zu belasten. Hier wird nun vom Auftragnehmer im Detail erarbeitet, wie Maschinen und Lkw von der Autobahn ins Gelände kommen.

Bei der Planung des Sprengabbruches geht es unter anderem um Maschinen- und Materialeinsatzeinsatz, Zuwegung zur Baustelle und natürlich um die Vorarbeiten an der Brücke, um das Bauwerk zu sprengen. „Über das weitere Verfahren wird die Autobahn GmbH gemeinsam mit dem Bürgerbüro zeitnah informieren“, sagt Dirk Stiepert, Leiter der Außenstelle Hagen der Niederlassung Westfalen.

Begonnen wird mit den Fällarbeiten im Südhang, nach etwa zwei Wochen wechseln die Forstarbeiten dann auf die Nordseite. Zu diesem Zeitpunkt wird es auch zu temporären Sperrungen in der Straße Im Wiesental kommen, über die die Niederlassung Westfalen gesondert informieren wird.

Quelle: Die Autobahn Westfalen

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A45: Informationen für die Bauindustrie zur Talbrücke Rahmede

Lüdenscheid/Hamm. Die Autobahn Westfalen hat in einem digitalen Informationsgespräch Vertreter der Bauindustrie-Verbände über das Neubauprojekt Talbrücke Rahmede und die geplanten Vergabebedingungen informiert. „Mit diesem Schritt wollen wir den möglichen Auftragnehmern früh wichtige Eckdaten liefern, um das Verfahren insgesamt zu beschleunigen“, sagte Niederlassungsleiterin Sauerwein-Braksiek. Durch den frühen Dialog können wichtige Fragen im Vorfeld geklärt werden, so dass das spätere Vergabeverfahren möglichst reibungslos durchgeführt werden kann.

Bei dem digitalen Termin wurden den Vertretern der Bauindustrie-Verbände zunächst die Grundlagen der Planung vorgestellt. Hier war der Autobahn Westfalen unter anderem der Hinweis auf die anspruchsvolle Topografie besonders wichtig. Eine Besichtigung der künftigen Brückenbaustelle vor Ort sei für potentielle Auftragnehmer hilfreich.

In einem zweiten Schritt stellte die Autobahn Westfalen das geplante Vergabeverfahren vor, bei dem in einem zweistufigen, europaweiten Ausschreibungsverfahren ein Teilnahmewettbewerb vor dem eigentlichen Vergabeverfahren vorgesehen ist.

Ausgeschrieben wird der Brückenneubau „funktional“. „Wir bestellen – vereinfacht gesagt – ein Stück Brücke“, so die Niederlassungsdirektorin. Das bedeutet, dass dem Auftragnehmer in vielen Bereichen freie Hand gelassen werden soll. Ziel ist es den Bauablauf maximal zu beschleunigen.

Quelle: Die Autobahn Westfalen

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A42/A43: Fahrt durch den neuen Tunnel Baukau

Video der Autobahn Westfalen zeigt spannende Details.

Herne. Wie wird der neue Tunnel Baukau im Kreuz Herne aussehen? Welche Bauverfahren kommen zum Einsatz? Und wie gehen die Tunnel-Experten mit der Bahnstrecke um? Diese und weitere Fragen werden in einem neuen Video der Autobahn Westfalen beantwortet.

Der Tunnel und damit der Ausbau des Autobahnkreuzes gehören derzeit zu den bedeutendsten Baustellen der Autobahn Westfalen. Im Film wird nach einer Übersicht über den Tunnelverlauf die sogenannte offene Bauweise erläutert, die im Kreuz Herne vorrangig zum Einsatz kommt. Auch die Kreuzungen mit der A42 und der A43 und die dort genutzte Deckelbauweise werden aufgezeigt. Besonders interessant ist der Rohrschirm, mit der Tunnel unter der Bahnstrecke vorgetrieben wird – eine Durchquerung, die im Video gut zu sehen ist. Und natürlich darf eine abschließende Fahrt durch den Tunnel nicht fehlen.

Übrigens: Der Rohbau des Tunnels Baukau wird Ende 2022 stehen, dann folgt der Einbau der Betriebstechnik. Ende 2023 können Verkehrsteilnehmer erstmals die neue Verbindung nutzen – aufgrund von Arbeiten auf der A42 allerdings erst einmal nur auf einem Fahrstreifen.

Das neue Video finden Sie hinter diesem Link

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A45: Zweite erfolgreiche Brücken-Sprengung innerhalb eines Monats

Wilnsdorf. Drei Wochen nach der Sprengung der Talbrücke Rinsdorf hat die Autobahn Westfalen heute (27.2.) auch das zweite Teilbauwerk der rund 300 Meter entfernten Talbrücke Rälsbach erfolgreich gesprengt.

Auch diesmal hat alles reibungslos funktioniert. Die Talbrücke liegt exakt im vorbereiteten Fallbett. Auch wenn die Rälsbach in Bezug auf Höhe und Länge bei weitem nicht mit der „großen Schwester“ Rinsdorf mithalten kann, gab es für Sprengmeister Michael Schneider und sein Team dennoch eine Herausforderung der besonderen Art: Aufgrund der Tallage und des  angeordneten Absperrbereichs war die Brücke für die Sprengmannschaft und die Projektverantwortlichen lediglich über einen Monitor einsehbar. „Heute müssen wir uns besonders auf die Technik verlassen, doch mit Hilfe von hochauflösenden Drohnen ist das überhaupt kein Problem“, so Schneider.

„Das war eine 1A-Sprengung“

Auch diesmal hatten - wie bereits vor drei Wochen - am frühen Sonntagmorgen die Absperrposten des THW-Ortsverbandes Siegen ihre Positionen bezogen, um den Sperrbereich rund um die Talbrücke abzuschotten. An insgesamt 24 Punkten in einem Radius von 300 Metern nahmen die THWler Aufstellung. Um 8 Uhr wurde die A45 in beiden Fahrtrichtungen voll gesperrt. Um Punkt 11 rief Schneider dann die vier berühmten Worte „Drei, zwei, eins – Zündung“ – und nur vier Sekunden später fiel das Bauwerk in die Tiefe. Erneut lief alles nach Plan: Die insgesamt vier Pfeilerpaare haben sich wie ein Zollstock zusammengefaltet; der Überbau ist senkrecht nach unten gestürzt. Michael Schneider war mehr als zufrieden. „Die Brücke ist wirklich senkrecht nach unten gefallen, so dass es tatsächlich eine 1A-Sprengung war“, resümierte er.

Die Begutachtung des bereits fertiggestellten nördlichen Teilbauwerks durch die Bauwerksprüfer ergab im Anschluss, dass die neue Brücke durch die Sprengung keinerlei Schäden davon getragen hat. Die A45 wurde daraufhin am Nachmittag wieder für den Verkehr freigegeben. Die Aufräumarbeiten unter der Brücke starten bereits in der kommenden Woche und werden bis Ende April andauern. Danach beginnen die Bauarbeiten für die neue Brücke.Mit der Sprengung der Talbrücke Landeskroner Weiher steht im Herbst diesen Jahres das nächste A45-Großereignis auf dem Programm. Auch bei den Talbrücken Rahmede und Eisern sind Sprengungen geplant.

Fakten

  • Die Talbrücke Rälsbach steht etwa 300 Meter neben der Talbrücke Rinsdorf und ist 26 Meter hoch und 161 Meter lang (zum Vergleich Talbrücke Rinsdorf: 70 Meter hoch und 485,5 Meter lang)
  • Die Sprengung der Nordhälfte der Talbrücke Rälsbach erfolgte Ende November 2017.
  • Im Dezember letzten Jahres wurde der Verkehr bereits auf das neue Teilbauwerk gelegt. Seit Ende Januar laufen die Vorbereitungen für die Sprengung.
  • 160 Löcher wurden gebohrt, in die insgesamt 12,5 Kilogramm Sprengstoff platziert wurden.
  • Beim Ersatzneubau der Talbrücken Rinsdorf und Rälsbach wird der Ausbau der A45 auf sechs Spuren berücksichtigt.

Wegen der großen Nähe werden die Talbrücken Rinsdorf und Rälsbach parallel gebaut. So können Bauzeiten und vor allem die Verkehrseinschränkungen verkürzt werden.

Link zum youtube-Video der Brückensprengung

Quelle: Autobahn GmbH

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A45: Talbrücke Rahmede soll bis Ende des Jahres gesprengt werden

SDie Talbrücke Rahmede im Zuge der A45 soll bis Ende des Jahres gesprengt werden. Das plant die Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH auf der Basis einer Machbarkeitsuntersuchung.

Lüdenscheid/Rahmede. Zusammen mit Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing informierte die Autobahn GmbH des Bundes am 10.2.2022 über den aktuellen Stand an der A45.

Bundesminister Wissing: „Wir wollen einen möglichst schnellen Neubau der Talbrücke Rahmede. Die Zeichen dafür stehen gut: Die technischen Voraussetzungen für eine Sprengung liegen vor. Deshalb habe ich entschieden: Wir können und werden sprengen. Diese Chance zur Beschleunigung greifen wir für die Region auf. Mit einer Sprengung können wir erheblich Zeit einsparen und die Prozesse für einen Neubau der Brücke schneller voranbringen, um den betroffenen Anwohnern und Unternehmen schnellstmöglich eine moderne, leistungsfähige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.“
Im Januar war festgestellt worden, dass die Brücke durch die permanente Überlastung durch den gestiegenen Pkw- und Lkw-Verkehr irreparable Schäden aufweist. Wissing: „Unmittelbar nachdem festgestellt worden war, dass eine provisorische Instandsetzung nicht möglich ist, habe ich die Autobahn GmbH des Bundes angewiesen, alle nötigen Ressourcen und Mittel für einen möglichst schnellen Neubau der Talbrücke Rahmede bereit zu stellen.“

Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH: „Wir haben bereits mit der Planung begonnen und hoffen, dass wir noch in diesem Jahr den Sprengknopf drücken können. Das Abtragen der Brücke mit Hilfe eines Gerüsts hätte viel länger gedauert.“
Die Talbrücke Rahmede ist rund 70 Meter hoch. Unmittelbar neben der Brücke stehen Häuser und Gewerbebetriebe, die während der Sprengung geschützt werden müssen. Die extreme Hanglage ist eine weitere Herausforderung für die Sprengexperten. Das „Fallbett“ muss entsprechend ausmodelliert werden, damit die Brücke nach der Sprengung „weich fällt“ und nicht ins Rutschen gerät. In den Tagen rund um die Sprengung müssen zudem die Straßen unter der Brücke für den Verkehr komplett gesperrt werden.

Mit den betroffenen Anwohnern und Unternehmern sei man bereits im Gespräch. „Wir waren gestern (9.2.) mit unserem Infomobil vor Ort, um zu erklären, wie sich die kommenden Wochen im Groben gestalten werden“, hieß es seitens der Autobahn Westfalen. Im Vorfeld der Sprengung werden unter anderem die Gebäude in einem rund 300-Meter-Radius rund um die Brücke begutachtet, damit eventuelle spätere Schäden ausgeglichen werden können.

Quelle: Autobahn GmbH

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Straßen.NRW macht „Twin4Road“:

Straßendatenbank und -zustandsbewertung mittels Künstlicher Intelligenz

Gelsenkirchen (straßen.nrw). Das deutsche Straßennetz ist über 830.000 Kilometer lang. Die Bewirtschaftung und Erhaltung dieser Infrastruktur stellen Straßenbaulastträger und -betreiber vor große Herausforderungen. Das zentrale Problem: Die Erhebung von flächendeckenden und stetig aktualisierten Daten zum Straßenzustand und Straßenraum erzeugt enorme Datenmengen, die ausgewertet und nutzbar gemacht werden müssen. Doch häufig fehlt es bereits an den für die Zustandsbewertung und Instandhaltungsplanung benötigten digitalen Prozessen. Um dieses Problem zu lösen, hat der Landesbetrieb Straßen.NRW gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis im Dezember 2021 ein Forschungsprojekt gestartet mit dem Ziel, mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) die Zustandserfassung zu automatisieren und eine Infrastrukturdatenbank für den Straßenraum aufzubauen – ein innovatives System, das vielen nutzen soll.

Das Forschungsprojekt trägt den Titel „Twin4Road“ – und der Titel ist Programm: Im Zuge des Projektes werden mit mobilen Messsystemen zunächst Straßeninformationen als 3D-Punktwolken, Bilddaten und Bodenradardaten erfasst. Dabei sollen sowohl das vorhandene Straßenrauminventar (z.B. Lichtsignalanlagen, Verkehrsschilder, Markierungen und Vegetation) erkannt als auch der Zustand und Unterbau der Straße ermittelt werden. Diese Daten werden in einem nächsten Schritt durch bereits vorhandene, aber auch noch zu entwickelnde KI-Verfahren ausgewertet und logisch miteinander verknüpft – so werden die KI-Verfahren darauf „trainiert“ qualitativ hochwertige Ergebnisse und Analysen zu erzeugen, die für Anwendende von Nutzen sind. Auf Grundlage der verknüpften Daten wird so schließlich ein “digitaler Zwilling“ erstellt, also ein digitales Abbild der Straße mitsamt dem umgebenden Straßenraum. Aufbauend auf dem digitalen Zwilling können wiederum KI-basierte Analyseverfahren entwickelt und angewendet werden, die eine regelmäßige und automatisierte Zustandsbewertung von Straßen und deren Unterbau ermöglichen. Bis Ende 2024 soll so ein cloudbasiertes System mit geringer Zugangshürde für Dienstleister, Behörden und Kommunen umgesetzt werden.

Aus Erfahrung weiß der Landesbetrieb: Ohne ausreichend entwickelte und trainierte KI-Verfahren ist bereits das sinnvolle Verknüpfen der enormen Datenmengen ein langwieriges Unterfangen, das viel Rechenleistung und lange Wartezeiten erfordert. Um das erwünschte Ergebnis zu erhalten, muss die zielführende Datenverknüpfung in der Gegenwart deshalb meistens noch manuell erfolgen. „Diesen Aufwand betreiben wir bisher nur für ausgewählte Straßen- oder Brückenbauprojekte. Stets aktuelle, digitale Zwillinge und die darauf aufbauende Zustandsbewertung mittels Künstlicher Intelligenz würden unseren und den Arbeitsalltag vieler Behörden, Kommunen und Dienstleister deutlich vereinfachen – davon bin ich überzeugt“, sagt Straßen.NRW-Direktorin Dr. Petra Beckefeld. „Als zuständige Landesbehörde für Bundes- und Landesstraßen in NRW können wir mit unserer Fachexpertise in allen Phasen der Lebenszyklen einer Straße dieses Forschungsprojekt erfolgreich voranbringen.“ Straßen.NRW unterstützt das Projekt vor allem auf praktischer Ebene. Der Landesbetrieb hat als einzige Straßenbauverwaltung in Deutschland ein eigenes Informationssystem für das Management von Straßendaten entwickelt. Die nordrhein-westfälische Straßeninformationsbank (NWSIB) stellt umfassende, präzise und aktuelle Informationen über Straßennetz, Straßenzustand und Straßennutzung bereit. Darüber hinaus unterhält der Landesbetrieb eine eigene Prüfstelle für Straßenbaustoffe und Baugrunduntersuchungen, die über umfangreiche Erfahrungen beim Einsatz von Georadar und der Entnahme von Bohrkernen verfügt.

Das Projekt wird im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND mit rund 1,9 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert. Projektpartner sind der Landesbetrieb Straßen.NRW, die Point Cloud Technology GmbH aus Potsdam, die Stadt Essen und das Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering gGmbH. Durch die Verbundpartnerschaft sind Straßenbetreiber in allen Projektphasen eingebunden. Verbundkoordinator ist die Point Cloud Technology GmbH.

Quelle: Straßen.NRW

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Talbrücke Rinsdorf wird am 6. Februar gesprengt

Rinsdorf. Im Zuge des Ersatzneubaus der Talbrücke Rinsdorf erreicht die Autobahn Westfalen am kommenden Sonntag, 6. Februar, einen weiteren Meilenstein. Nach der Fertigstellung des ersten Teilbauwerks erfolgt nun die Sprengung des alten, einteiligen Brückenbauwerks. 

Um Punkt elf Uhr heißt es dann: „Drei, zwei, eins – Zündung“ und der Betonkoloss wird 70 Meter tief senkrecht in die Tiefe stürzen – eine Premiere in Deutschland, denn noch nie wurde in Deutschland eine so hohe Brücke gesprengt. Seit Anfang des Jahres laufen die Vorbereitungen für die Sprengung. Sprengmeister Michael Schneider und sein Team haben 1850 Löcher gebohrt, in die insgesamt 120 Kilogramm Sprengstoff platziert werden. Am Sprengtag selbst gibt es einen Ablaufplan, der minutiös eingehalten werden muss. Um 10:40 Uhr ertönt das erste Sprengsignal – ein langer Fanfarenton, der die Sprengung offiziell einleitet. Um 10:58 Uhr folgt das zweite Sprengsignal in Form von zwei kurzen Fanfarentönen. Diese bedeuten: „Achtung es wird gezündet“. Kurz bevor es dann um 11 Uhr wirklich kracht, gibt es um 10:59 Uhr noch einen lauten Knall, der dem Schutz der Vögel dient. Sie werden durch diese sogenannte Vergrämungssprengung aufgescheucht und fliegen weg.

Das Ereignis wird nicht nur von allen Beteiligten mit Spannung erwartet, es ist auch mit großem Interesse der heimischen Bevölkerung und auswärtigen Gästen zu rechnen. Vor dem Hintergrund der beengten Verhältnisse rund um die Brücke werben die Autobahn Westfalen und die Gemeinde Wilnsdorf aber eindringlich dafür, die Sprengung nicht vor Ort zu verfolgen, sondern bequem von der heimischen Couch aus im Fernsehen anzuschauen: Der WDR wird ab 10.25 Uhr mit einer Lokalzeit Südwestfalen EXTRA-Sendung live berichten, mit seinen Kameras nah am Geschehen sein und auch fachkundige Gesprächspartner zu Wort kommen lassen.

Schaulustige werden die Sprengung nur aus weiter Ferne verfolgen können.

Rund um die Brücke ist in einem Radius von 300 Metern eine Sicherheitszone eingerichtet. Rund 60 Absperrposten des THW Siegen-Wittgenstein sorgen dafür, dass niemand unbefugt diese Absperrzone betritt. Weil Rinsdorf in einem sehr engen Talkessel liegt, scheiden daher schon viele der vermeintlich guten Aussichtspunkte aus. Aus Richtung Norden und Osten behindert zudem das neue Brückenbauwerk die Sicht.

Um den Ortsteil Rinsdorf vor einem Verkehrschaos zu schützen, wird am 6. Februar in den frühen Morgenstunden die L907 am Rinsdorfer Ortseingang aus Richtung Eisern kommend für den Verkehr gesperrt. Nur noch Einwohner von Rinsdorf dürfen passieren, sofern sie sich am Kontrollpunkt ausweisen können. Die Sperrung wird bereits in Eisern angekündigt, um den Verkehr frühzeitig umzuleiten. Aus Richtung Wilnsdorf kommend ist die L907 schon seit einigen Wochen für den Verkehr gesperrt und wird es auch am Sprengtag sein. Auch die Autobahn wird im Bereich der Talbrücke Rinsdorf nicht befahrbar sein. Am Tag der Sprengung ist die A45 zwischen den Anschlussstellen Siegen-Süd und Wilnsdorf von 10 bis 17 Uhr in beide Richtungen voll gesperrt. Die Bedarfsumleitungen sind ausgeschildert. 

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Stahlmontage an der Rheinbrücke Leverkusen beginnt im März

Er ist ein Dreh- und Angelpunkt beim Bau der neuen Rheinbrücke Leverkusen: Stahl. Im Herbst trafen die ersten Stahlteile für den Brückenbau ein, die im März montiert werden.

In Köln und Leverkusen laufen die Arbeiten an der neuen Rheinbrücke der A1 auf Hochtouren. Ab September 2021 wurden die lang ersehnten ersten Stahlteile für die neue Rheinbrücke mit Schwertransportern geliefert. Bis in den Dezember hinein kamen weitere Transporte mit Quer- und Hauptträgern. Diese wurden auf der rechten, der Leverkusener Rheinseite zunächst gelagert, dann verschlossert und anschließend zum ersten Schuss verschweißt. Sie bilden ein ca. 66 Meter langes, 35 Meter breites und 1.115 Tonnen schweres erstes Teilstück, das im März in seine endgültige Lage auf die Brückenpfeiler gehoben wird. Dieses Teilstück überspannt dann im Autobahnkreuz Leverkusen-West die A59 vom rechtsrheinischen Widerlager aus bis zur Achsen 20.

Weitere Stahlbauteile werden in den nächsten Monaten über Land sowie per Schiff über den Rhein angeliefert. Die rechtsrheinischen Strompfeiler mit einer Höhe von 16 Metern sind bereits fertiggestellt, die linksrheinischen noch in Bau. Ebenfalls noch in Bau ist die erste linksrheinische Vorlandbrücke, die ca. 378 Meter lang wird.

Das Ziel ist weiterhin die Fertigstellung des ersten Bauwerks, der Richtungsfahrbahn Koblenz, bis Ende 2023.

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A45: Keine Pkw mehr auf der Talbrücke Rahmede:

Neubau soll schnell kommen

Über die Talbrücke Rahmede der A45 bei Lüdenscheid werden keine Fahrzeuge mehr fahren können, weder Lkw noch Pkw. Zu diesem Schluss kam gestern (Donnerstag, 6.1.) die Expertenrunde der Autobahn GmbH. Eine Sanierung der Brücke auch nur für Pkw würde nach aktuellen Schätzungen etwa drei Jahre dauern. „Und ob das dann auch funktioniert, ist völlig offen“, erläuterte Elfriede Sauerwein-Braksiek, die Leiterin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH. Stattdessen soll die alte Brücke jetzt abgebrochen werden und an derselben Stelle und im selben Linienverlauf eine neue Brücke gebaut werden. „Mit Hochdruck bauen wir dann die neue Brücke. Wir hoffen, dass sie dann in fünf Jahren steht“, so Sauerwein-Braksiek. 

Die aktuellen Untersuchungsergebnisse, die über den Jahreswechsel zusammengetragen wurden, belegen weitere Schäden an der Brücke. Das Stahlgerüst weist nicht nur Verformungen und Beulen auf, viele Bereiche des Stahls sind stark korrodiert und haben Risse. „Deswegen war die Entscheidung richtig, die Brücke im Dezember zu sperren, so schwerwiegend das für die Menschen in der Region, für Spediteure und Pendler ist“, sagte Sauerwein-Braksiek. Die großen Verkehrsmengen, aber vor allem auch die gestiegenen Gewichte in den vergangenen Jahrzehnten, seien die wesentlichen Gründe für den heutigen Zustand der 53 Jahre alten Brücke. 

„Unser Hauptziel ist es, dass Lkw wieder ungehindert über die A45 fahren können, damit entlasten wir Speditionen und Logistiker und helfen der gesamten Wirtschaft“, formulierte Sauerwein-Braksiek die Vorgabe.

A43: Schrankenanlage bei Recklinghausen wird scharfgeschaltet

Recklinghausen. Die Schrankenanlage an der A43, die den Verkehr ab 3,5 Tonnen zwischen den Kreuzen Recklinghausen und Herne kontrollieren soll, hat in Fahrtrichtung Wuppertal ihren Betrieb aufgenommen. Um 13 Uhr am Montag (20.12.) senkte sich die Schranke zum ersten Mal – für ein Testfahrzeug der Verkehrssicherung.Nun werden südlich des Kreuzes Recklinghausen alle Fahrzeuge angehalten, deren Gewicht 3,5 Tonnen übersteigt. Nachdem die Daten für das Bußgeldverfahren aufgenommen worden sind, werden die Fahrzeuge dann über die Anschlussstelle Hochlarmark abgeleitet und von dort zur A2-Anschlussstelle Herten geführt. Danach können Sie die Umleitung über A2, A45 und A42 nutzen. Fahrzeuggespanne, bei denen Fahrzeug und Anhänger jeweils weniger als 3,5 Tonnen wiegen, dürfen die Schranke normal passieren.

Zweite Schranke im Januar

Im Januar ist die Installation der Anlage in Fahrtrichtung Münster geplant. Diese wird vor dem Kreuz Herne aufgebaut. Die erste Vollsperrung zwischen der Anschlussstelle Herne-Eickel und dem Kreuz Recklinghausen ist ab Freitag (14.1.) um 21 Uhr bis Montag (17.1.) um 5 Uhr angesetzt. Dabei wird die Fahrbahn saniert, die durch die Arbeiten an den neuen Bahnbrücken vor dem Kreuz in Mitleidenschaft gezogen wurde.Im Anschluss finden an den Wochenenden von Freitag (21.1.) bis Montag (24.1.) und Freitag (29.1.) bis Montag (31.1.) ebenfalls jeweils von Freitagabend um 21 Uhr bis Montagmorgen um 5 Uhr weitere Vollsperrungen statt, um zunächst die Verkehrssicherung, dann die Messstreifen zu installieren.
Die Schrankenanlage an der A43 hat in Fahrtrichtung Wuppertal ihren Betrieb aufgenommen. Foto: Autobahn Westfalen

Mehrere Sperrungen werden bald aufgehoben

Ist die Brücke fertig, werden die Schranken abgebaut. Ende 2025 werden dann endlich diverse Sperrungen aufgehoben: Die Verbindungsfahrbahnen von der A42 auf die A43 nach Münster im Kreuz Herne, die Verbindungen von der A2 auf die A43 Richtung Wuppertal im Kreuz Recklinghausen und die Sperrung der Auffahrt Recklinghausen-Hochlarmark in Richtung Wuppertal.Unabhängig von den Schranken gibt es einige andere Sperrungen in diesem Bereich, die früher beendet werden: Die Auf- und Abfahrt der Anschlussstelle Hochlarmark in Fahrtrichtung Münster werden schon Mitte 2022 wieder offen sein. Auch die Sperrung der Verbindung im Kreuz Herne von der A43 Richtung Wuppertal auf die A42 Richtung Dortmund soll im Sommer 2022 wieder zur Verfügung stehen.

Ausgrabungen an der Autobahn 44 in Westfalen

„Ein archäologischer Hotspot“

Derzeit türmen sich Erdmassen neben der Raststätte am Haarstrang im Süden der A44. Aber noch wird der Rastplatz nicht von der Autobahn Westfalen neu gebaut. Archäologen sind hier am Werk – und sie sind auch bereits fündig geworden. 

Werl. „Sowas haben wir hier in der Region sonst noch nicht gefunden!“ Zufrieden hält Archäologe Phillip Robinson eine Tonscherbe mit kleinen Wellenmustern hoch. Im Hintergrund rauschen die Lkw vorbei, hier an der Rastanlage Haarstrang-Süd im Süden der A44. Robinson steht zwischen Bergen aus Erde, zwischen tiefen Gruben im Lehm und fast könnte man meinen, der für 2022 geplante Ausbau des Rastplatzes durch die Autobahn Westfalen habe bereits begonnen. 

Tatsächlich aber sind hier Archäologen der Firma EggensteinExca im Auftrag der Autobahn Westfalen und unter fachlicher Begleitung durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Werk, die eine alte Hofstätte ausgraben. Wie alt? „Zwischen der vorrömischen Eisenzeit und der frühen Kaiserzeit“, schätzt Dr. Eva Cichy, wissenschaftliche Referentin beim LWL. Oder, für Laien ausgedrückt: „Etwa zwischen 800 vor bis 200 nach Christus“. Heute will die Autobahn Westfalen hier den Rastplatz von 24 auf 96 LKW-Stellplätze ausbauen, damals war der Bau bescheidener: Maximal 30 Personen haben hier gelebt. 

Viel geblieben ist davon nicht, zumindest nicht für das ungeschulte Auge. „Hier sieht man eine Verfärbung. Da hat mal ein tragender Pfosten gestanden, der ist natürlich längst nicht mehr vorhanden“, erklärt Archäologe Robinson. „Der schwarze Ton ist Asche – möglicherweise hat der Pfosten sogar gebrannt.“Das Expertenteam hofft, hier im Südwesten des Rastplatzes noch weitere Spuren zu finden, ein möglichst genaues Bild vom Leben vor 2000 Jahren zu zeichnen. Es ist Zentimeterarbeit mit der Kelle, die geleistet werden muss, um ja keine Funde zu zerstören. Aber wie kommt man überhaupt darauf, an so einer Stelle zu graben? „Die Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie wird als Träger öffentlicher Belange über alle Baumaßnahmen im Regierungsbezirk Arnsberg informiert, natürlich auch von der Autobahn Westfalen“, erklärt Cichy. „Dann gleichen wir ab: Hat es dort bereits Funde gegeben? War der Standort für eine Ansiedlung günstig?“

Bild unten Ein Archäologe der Fachfirma bei der Arbeit: Die Gruben im Boden werden mühsam mit der Kelle ausgehoben.

Schon in der Antike ein Transitgebiet

Hier an der A44 kommen gleich mehrere Dinge zusammen. Der Boden ist fruchtbar. Einst floss hier ein Bach, der Frischwasser bot. Zudem wurden bereits Scherben auf der nördlichen Seite der Autobahn gefunden. Und das Gehöft stand nahe am Hellweg, einer antiken Handelsroute, deren Ursprünge möglicherweise sogar in der Steinzeit liegen. So wie heute die A44 verband der Hellweg schon damals Ost und West, machte Westfalen zum Transitland, das es heute noch ist. „Wir haben bei Erwitte einen Eber aus dem Ostalpenraum gefunden, bei Kamen einen Dolch aus Hallstadt in Österreich“, zählt Cichy einige der weitgereisten Funde auf. Im Hintergrund biegt ein Lkw aus Osteuropa auf den Rastplatz ein.

Von solch weiten Reisen konnten die Menschen auf dem Hof nur träumen. Ihre Keramik war hausgemacht, selbstgebrannt, nicht auf Anhieb einzuordnen. Für die Archäologen ein schwieriges Puzzle, Funde aus anderen Regionen würden die Datierung einfacher machen. Sie haben aber bereits weitere Wochen eingeplant, um die Grabungen fortzuführen. Möglich macht das der Gesetzgeber: Wer in Nordrhein-Westfalen baut, ist grundsätzlich verpflichtet, die Dokumentation archäologischer Stätten im Baugebiet zu finanzieren. „Veranlasserprinzip“ ist das Schlüsselwort im Denkmalschutzgesetz NRW. „Mit der Autobahn Westfalen hat die Kommunikation super funktioniert“, freut sich Cichy. Früh wurden die Ausgrabungsarbeiten organisiert, so dass die Archäologen in Ruhe graben können. „Der hohe Wert von Ausgrabungen ist uns natürlich bewusst und wir tun alles, um sie im Rahmen unserer vielen Bauprojekte zu ermöglichen“, sagt Melanie Nölke, Geschäftsbereichsleiterin für den Bereich Bau bei der Autobahn in Bochum.

Wenn in einigen Wochen die Funde gesichert sind und die Positionen der Bauten kartiert wurden, wird die Fläche wieder in die Hand der Autobahn zurückgehen, die dann im nächsten Jahr mit dem Ausbau der Raststätte beginnt. Für die Archäologen warten bereits neue Aufgaben: Beim Ausbau der B1 zur A40 in Dortmund, an der A43 zwischen Bochum und Herne und auch beim Neubau der A445 bei Werl sind schon mögliche Fundstellen identifiziert worden. Die Autobahn Westfalen und der LWL planen dort bereits die Zusammenarbeit. Und auch beim zukünftigen Ausbau der A44 wird es wieder Arbeit geben, erklärt Archäologe Robinson, während er die Tonscherbe in den Fundbehälter zurücklegt: „Diese Autobahn ist und bleibt ein archäologischer Hotspot.“

Bild unten: Archäologe Phillip Robinson (rechts) zeigt Herbert von Stein, Vermessungsingenieur bei der Autobahn Westfalen, das Ausgrabungsfeld.

 

Meilenstein für das intelligente Verkehrsmanagement in NRW

Neubau der Verkehrszentrale Leverkusen feierlich eröffnet

Leverkusen (Autobahn GmbH), 18.11.2021. Nordrhein-Westfalen, mit seinen Ballungsräumen an Rhein und Ruhr, hat das dichteste und meistfrequentierte Autobahnnetz Deutschlands. Täglich millionenfach befahren, ist es zumindest zeitweise überlastet – vor allem durch den starken Pendler- und Güterverkehr.

Anlässlich der heutigen Inbetriebnahme sagte Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Es ist viel los auf unseren Autobahnen - und damit wachsen auch die Herausforderungen, den Verkehr sicher und effizient zu leiten. Die Digitalisierung eröffnet hier enormes Potenzial: In Nordrhein-Westfalen gibt es z.B. schon jetzt an rund 580 Autobahnkilometern die Möglichkeit, die Geschwindigkeiten und Fahrstreifenfreigaben dynamisch zu lenken. In der neuen Verkehrszentrale in Leverkusen können wir künftig alle Streckenbeeinflussungsanlagen und Verkehrsleitsysteme zentral steuern. Damit vermeiden wir Stau und erhöhen die Verkehrssicherheit. Wir zeigen hier, wie Zukunft geht: Die neue Verkehrszentrale ist ein Meilenstein für ein neues, intelligentes Verkehrsmanagement!“ 

Scheuer hatte im Dezember 2019 gemeinsam mit Hendrik Wüst, dem heutigen Ministerpräsidenten und damaligen Minister für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, den Grundstein für den Neubau der Verkehrszentrale gelegt. 

Dr. Hendrik Schulte, Staatssekretär des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte gemeinsam mit Stephan Krenz, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Autobahn GmbH: „Stauvermeidung wünschen sich alle, die mit dem Auto unterwegs sind. Aber auch Verkehrssicherheit und Klimaschutz rücken immer stärker in den Fokus eines intelligenten, auf digitale Technologien gestützten Verkehrsmanagements.

Das aus Bundesmitteln finanzierte, rund 15 Mio. Euro teure Gebäude auf dem Leverkusener Mobilitätscampus wurde nach rund 22 Monaten Bauzeit fertiggestellt. Die Verkehrszentrale Leverkusen steuert bereits seit 2013 die Verkehrsbeeinflussungsanlagen auf den Autobahnen in NRW – seit Jahresbeginn 2021 unter dem Dach der neuen Autobahn GmbH des Bundes Niederlassung Rheinland. 

Bild unten (v.l.n.r.) Thomas Ganz, Gerhard Rühmkorf, Staatssekretär Dr. Hendrik Schulte, Stephan Krenz, Dr. Anja Estel Credit: Autobahn GmbH Rheinland)

Verkehrsmanagement im Zeichen der Digitalisierung

Auf rund 580 Richtungskilometern von insgesamt etwa 2.200 Kilometern Autobahn in NRW sind Anlagen zur Streckenbeeinflussung (SBA) installiert, welche die Verkehrszeichen gezielt der Verkehrslage anpassen. Neben der zulässigen Höchstgeschwindigkeit können dies auch Warnhinweise, Überholverbote oder Vorgaben zur Fahrstreifennutzung sein. Hinzu kommen 129 dynamische Wegweiser mit integrierten Stauinformationen (so genannte dWiSta-Tafeln), über die der Verkehr im Fall von Verkehrsstörungen informiert und wenn möglich großräumig über Alternativrouten umgeleitet wird.

Darüber hinaus erfolgt eine Verkehrsbeeinflussung vor allem durch eine Zufluss-Steuerung an mittlerweile 98 Autobahnauffahrten in NRW. Sehr effektiv sind die landesweit sieben Anlagen zur temporären Freigabe des Seitenstreifens. „Durch eine solche Freigabe – zum Beispiel in den Spitzenstunden des Berufsverkehrs – kann die Streckenkapazität in diesen Zeiten um bis zu 30 % erhöht werden“, erläutert Anja Estel, Leiterin der Verkehrszentrale Leverkusen. 

Die Anlagen zur Verkehrsbeeinflussung erhöhen die Verkehrssicherheit und verringern Staus und Verlustzeiten zum Teil deutlich. Dadurch entfalten sie eine relevante volkswirtschaftliche Wirkung. Gleichzeitig führt jeder vermiedene oder verkürzte Stau aber auch zu einer Reduzierung klimaschädlicher Abgase.

In der täglichen Praxis erfolgt die Entscheidung über die zu ergreifenden Maßnahmen auf der Basis der digitalen Informationen direkt von den Autobahnen, welche künftig an acht Arbeitsplätzen im Kontrollraum der neuen Verkehrszentrale zusammenlaufen. Ob Kamerabilder, Verkehrsdaten aus Messschleifen oder Informationen zur Witterung – auf insgesamt knapp 100 Monitoren behalten die Operator*innen in drei Schichten rund um die Uhr das Verkehrsgeschehen in NRW im Blick. In enger Abstimmung mit der Polizei und den Fachexpert*innen der Autobahn GmbH passen sie die Steuerung der Telematik sowie die nach außen kommunizierten Verkehrsinformationen den aktuellen Gegebenheiten an.

Baustellenmanagement und internationale Kooperation mit wachsender Bedeutung

Die Verkehrszentrale Leverkusen plant, baut und betreibt jedoch nicht nur die Technik auf den Autobahnen – sie übernimmt auch zahlreiche koordinative Funktionen. Speziell dem Baustellenmanagement kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Herr Dr. Hendrik Schulte, Staatssekretär des Landes Nordrhein-Westfalen, betont: „In den vergangenen Jahren haben wir in Nordrhein-Westfalen sehr viel in den Aufbau einer effektiven Baustellenkoordination investiert.“ Der Mobilitätscampus Leverkusen mit der unmittelbaren Nachbarschaft von Verkehrszentrale der Autobahn GmbH und Landesmobilitätszentrale des Landesbetriebs Straßenbau NRW steht dabei sinnbildlich für die partnerschaftliche Kooperation aller Akteure.
Da Mobilität nicht an den Landesgrenzen endet, steht auch die überregionale und internationale Vernetzung im Fokus der Verkehrszentrale Leverkusen. „Hervorzuheben sind speziell die strategische und operative Zusammenarbeit mit der Verkehrszentrale Deutschland und Rijkswaterstaat in den Niederlanden“, unterstreicht Stephan Krenz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH.

Zur Erfüllung all dieser Aufgaben bietet der Neubau künftig Raum für insgesamt 63 Arbeitsplätze. Die vorgelagerte Textilfassade des Gebäudes dient dabei nicht nur als prägnantes Erkennungsmerkmal: Als Sonnenschutz unterstützt sie die Kühlung des klimatisierten Traktes. Verkehrsmanagement und Klimaschutz gehen in Leverkusen somit künftig gleich in mehrfacher Hinsicht Hand in Hand.

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Markus Oeser wird Präsident der Bundesanstalt für Straßenwesen

Das Bundeskabinett hat in seiner gestrigen Sitzung (04.08. 2021) beschlossen, Professor Dr.-Ing. habil. Markus Oeser zum Präsidenten der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zu ernennen. Er wird zum 1. November die Leitung der BASt übernehmen und die Nachfolge des verstorbenen Präsidenten Stefan Strick antreten.

Der promovierte Bauingenieur ist derzeit Direktor des Instituts für Straßenwesen und Dekan der Fakultät für Bauingenieurwesen an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH). Oeser, Bauingenieur mit Schwerpunkt im Konstruktiven Ingenieurbau, kann auf eine langjährige wissenschaftliche Karriere in Forschung und Lehre blicken. Sie führte den 47-Jährigen über die TU Dresden, die TU Delft und die University of New South Wales in Sydney 2011 zur RWTH Aachen, an der er seit 2016 Dekan der Fakultät für Bauingenieurwesen ist. 

Der Vorstand der VSVINRW gratuliert Herrn Professor Oeser und wünscht ihm für sein neues Amt viel Erfolg.

Macher und Teamplayer: Bauingenieur bei der Autobahn Westfalen

Wenn das Werden fasziniert
Overbeck muss nicht lange überlegen, wenn er nach der Faszination seines Berufs gefragt wird. Ihm kommt die Antwort schnell über die Lippen. „Kein Projekt ist wie das andere, jedes ist einmalig“, so der Bauingenieur. Man hat das Gefühl, etwas zu schaffen und Spuren zu hinterlassen. Naturschutz und Nachhaltigkeit spielen bei allen Bauprojekten der Autobahn Westfalen eine wesentliche Rolle. Es wird nur so viel Natur in Anspruch genommen, wie unbedingt nötig. Kompensationsflächen sorgen dann für den Ausgleich. Für Overbeck ist das ein wichtiger Baustein, um sich mit der Arbeit identifizieren zu können. „Die Politik stellt die Weichen. Für die konkrete Umsetzung, die Planung, Bau und Betrieb sind wir zuständig“, so Overbeck.

Für den jungen Bauingenieur ist der Einsatz draußen am Ort des Geschehens Alltag und Abwechslung zugleich. Auf 270 Autobahnkilometern in Niedersachsen sind seine Baustellen verteilt, auf der A1, A30, A31 und A33. Die Projekte reichen vom 30 Kilometer langen Ausbau der A1 von vier auf sechs Spuren über den Neubau und die Erweiterung von Rastplätzen bis hin zu Fahrbahn- und Brückensanierungen sowie dem Bau von Brücken, Lärmschutzwänden und -wällen.

Fachliche und soziale Kompetenz gefragt
Bauingenieure unternehmen regelmäßig Baubesprechungen mit den beauftragten Firmen, um den Status Quo zu klären und die nächsten Arbeitsschritte festzulegen. „Hier spielen soziale Kompetenzen eine wichtige Rolle. Wir Ingenieure müssen uns durchsetzen können aber zugleich auch in der Lage sein, Kompromisse einzugehen und pragmatische Lösungen zu finden“, so Overbeck.

Foto 1: Zum Alltag eines Bauingenieurs bei der Autobahn Westfalen gehören regelmäßige Besuche auf den Baustellen. Philip Overbeck prüft, ob Plan und Ausführung übereinstimmen.

Macher und Teamplayer: Bauingenieur bei der Autobahn Westfalen

Auch die Bauüberwachung gehört zum Aufgabenspektrum. Dabei prüfen die Bauingenieure, ob die Arbeiten vereinbarungsgemäß ausgeführt wurden. Ist ein Projekt abgeschlossen, begutachten sie gemeinsam mit dem Auftragnehmer die fertiggestellte Baustelle. Hier werden alle erbrachten Leistungen noch einmal unter die Lupe genommen. Gibt es Mängel? Oder ist alles im Lot und die Autobahn kann für die Verkehrsteilnehmer freigegeben werden?

Tätigkeiten am Schreibtisch wie die Vorbereitung der Baumaßnahmen, die Ausschreibung und Vergabe von Bauaufträgen, das Briefing und die Steuerung von Ingenieurbüros, Controlling der Baumaßnahme oder die Abstimmung mit Behörden vervollständigen den Arbeitsalltag eines Ingenieurs in der Abteilung Bau bei der Autobahn Westfalen. 

Gefragte Kollegen in fast allen Abteilungen
Ingenieure sind bei der Autobahn Westfalen in vielen Abteilungen im Einsatz. Die vorausgehende Planung für Bauprojekte findet im Geschäftsbereich Planung statt. Hier werden die Bauprojekte vorbereitet, in enger Zusammenarbeit mit Fachbehörden, Verbänden und Ingenieurbüros.

Im Geschäftsbereich Betrieb & Verkehr beschäftigen sich Ingenieure vor allem mit der Betriebsdienstorganisation, dem Winterdienst, Unterhaltungsverträgen, Entwässerung und Grünpflege. Hier werden Verkehrsführungen konzipiert, verkehrsbehördliche Aufgaben erledigt, Baustellen koordiniert und die Straßenausstattung geplant.

Bauen ist Mannschaftssport
Bauen ist immer eine Teamleistung. Denn nur, wenn alle Abläufe und Abteilungen miteinander verzahnt sind, läuft es rund. „Wir verfolgen alle ein Ziel, und das ist die schnelle und qualitativ hochwertige Umsetzung jeder einzelnen Baumaßnahme“, so Overbeck.

Aktuell ist die Nachfrage gerade nach Bauingenieuren groß. Bei der Autobahn Westfalen bieten sich sowohl für Berufsanfänger als auch für Erfahrene optimale Chancen. Neue Kollegen erhalten sehr schnell die Möglichkeit, spannende und sehr unterschiedliche Projekte zu begleiten.Die Teams setzen sich aus jungen Kollegen und erfahrenen Mitarbeitern zusammen, die voneinander profitieren. Die Jungen bringen beispielsweise neueste IT-Kenntnisse mit, die älteren Kollegen teilen ihre jahrelange Berufserfahrung. Gemeinsame Events und ein entspanntes Arbeitsklima in der noch jungen Gesellschaft sorgen für Zusammenhalt und viel Spaß bei der Arbeit.Freie Stellen und alle weiteren Informationen sind im Jobportal Karrieren - Jobs - Die Autobahn GmbH des Bundes (recruitee.com) zu finden.

Foto 2: Philip Overbeck im Gespräch auf einer Baustelle mit Kollegin Sylke Tech

Bohrarbeiten für den linksrheinischen Pfeiler der Rheinbrücke Leverkusen beginnen

Wie bekannt, musste der ursprüngliche Bauauftrag für die Rheinbrücke im Zuge der A1 im April 2020 gekündigt werden, nachdem gravierende Mängel in der Stahlbauausführung nicht vom Auftragnehmer beseitigt wurden. Unabhängig davon hatte der bis dato zuständige Landesbetrieb Straßenbau NRW kurzfristig einzelne Brückenbestandteile, wie zum Beispiel die Widerlager, durch andere Baufirmen fertigstellen lassen. Auch können die in den letzten Jahren gebauten Gründungen und Pfeiler weiter für das Projekt genutzt werden. 

Die nunmehr beauftragten Unternehmen haben sich nach der Vertragsunterzeichnung im Februar inzwischen vor Ort eingerichtet und treiben den Neubau der Leverkusener Rheinbrücke voran. Sichtbare Zeichen sind die wieder angelaufenen Bauaktivitäten auf beiden Seiten des Rheins. Ein besonders weithin sichtbares „Ausrufezeichen“ ist das große Bohrgerät, das in diesen Tagen in Köln-Merkenich in Betrieb genommen wurde. In den nächsten Wochen werden damit für die Betonpfähle des linksrheinischen Strompfeilers insgesamt 24 Bohrlöcher mit einem Durchmesser von ca. 1,50 Meter und einer Tiefe von ca. 34 Metern hergestellt.

Diese Bohrarbeiten sollen in diesem Mai abgeschlossen sein.

Rheinbrücke Leverkusen: Bauauftrag ist neu vergeben

Von der Autobahn GmbH des Bundes ist die Entscheidung für den Weiterbau der Rheinbrücke Leverkusen getroffen worden. Eine Bietergemeinschaft aus den Unternehmen SEH Engineering, Eiffage Métal, Hochtief, Iemants und Max Bögl hat Anfang Februar den Zuschlag erhalten. Der Auftrag hat einen Wert von 216 Millionen Euro brutto.

Die Bauarbeiten beginnen in Kürze nach Abstimmung mit den beteiligten Unternehmen. Der jetzt geschlossene Bauvertrag umfasst die Fertigstellung des 2018 begonnenen ersten Teilbauwerks der Rheinbrücke Leverkusen. Dieses entsteht nördlich der alten Rheinbrücke und wird nach seiner Inbetriebnahme, die für Ende 2023 geplant ist, den gesamten Verkehr der A1 aufnehmen. Dann können alle Fahrzeuge, vor allem auch alle LKW, den Rhein wieder queren.Der vorherige Bauauftrag musste im April 2020 gekündigt werden, nachdem gravierende Mängel in der Stahlbauausführung nicht vom Auftragnehmer beseitigt wurden. Die in den letzten Jahren gebauten Gründungen und Pfeiler werden weiter genutzt. Nach der Kündigung des Vertrags hatte der bis dato zuständige Landesbetrieb Straßenbau NRW kurzfristig einzelne Brückenbestandteile wie die Widerlager durch andere Baufirmen fertigstellen lassen. 

Das Projekt wurde zum Jahresbeginn 2021 von der Autobahn GmbH des Bundes übernommen, die das Ausschreibungsverfahren gemeinsam mit der betreuenden Niederlassung Rheinland entscheidend vorangetrieben hat.„Wir sind froh, dass die Vergabe nun erfolgt ist und sehen dem Weiterbau dieser wichtigen Rheinbrücke optimistisch entgegen,“ sagt Thomas Ganz, Direktor der Autobahn GmbH Niederlassung Rheinland.

Die neue Brücke besteht dann wie auch die alte Rheinbrücke aus einer Vorlandbrücke im linksrheinischen Köln-Merkenich und der Strombrücke über dem Rhein. Nach Eröffnung des insgesamt 1.068 Meter langen Brückenzugs wird die alte Rheinbrücke abgebrochen und an ihrer Stelle ein weiterer Neubau entstehen. Nach Fertigstellung des zweiten Teilbauwerks stehen dem Verkehr der A1 dann im Ausbauabschnitt zwischen Köln-Niehl und Leverkusen-West vier Fahrspuren je Fahrtrichtung zur Verfügung. 

Neuer Geschäftsbereich für die Rheinbrücken in NRW

Für dieses und ähnliche Projekte wurde in der Niederlassung Rheinland ein eigener Geschäftsbereich Rheinbrücken mit Sitz in Köln gegründet. Seine Aufgabe wird zukünftig die Überwachung der Bestandsbrücken sowie Planung und Bau der Ersatzneubauten für Autobahn-Rheinbrücken in Nordrhein-Westfalen sein. Von den acht Rheinbrücken im Land, sollen fünf in den kommenden beiden Jahrzehnten durch Neubauten ersetzt werden.

Die bisherigen Bauwerke sind zum Teil über 60 Jahre alt und werden sowohl dem heutigen und dem zukünftig prognostizierten Verkehrsaufkommen als auch den Lasten nicht mehr gerecht. Direktor Thomas Ganz: „Mit dem Geschäftsbereich Rheinbrücken wird das Know-How und die Organisation der Maßnahmen an einer zentralen Stelle gebündelt. Es entsteht langfristig ein Kompetenzzentrum, das auch sicherstellt, dass wir immer genug einsatzbereite Rheinbrücken für den Verkehr haben.“

Mainzer Erklärung der Präsidenten der Ingenieurkammern der Länder 16. Oktober 2020

Ingenieurinnen und Ingenieure gestalten die Welt von morgen!

„40% unserer Emissionen werden von unseren Gebäuden erzeugt. Sie dürfen nicht so viel Energie verschwenden, sie dürfen nicht so teuer sein, sie müssen nachhaltiger werden. Deshalb werden wir ein neues europäisches Bauhaus errichten – einen Raum, in dem Architekten, Künstler, Studenten, Ingenieure und Designer gemeinsam und kreativ an diesem Ziel arbeiten. Dies ist NextGenerationEU. So schaffen wir die Welt von morgen.“EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Rede zur Lage der Union am 16.09.2020 (Auszug)

Wir Ingenieurinnen und Ingenieure sind bereit, die von der EU und der Gesellschaft formulierten Herausforderungen anzunehmen. Wir sind Innovationstreiber und verantwortungsvoll Gestaltende einer zukunftsweisenden Bau- und Technikkultur. Nur mit uns sind die ökologischen und ökonomischen Ziele auf allen Ebenen der Ingenieurkunst zu erreichen.

Ingenieurinnen und Ingenieure stehen für Qualität.
Daher fordern wir:

  • Einen verlässlichen Rahmen, der Leistungen, Qualitäten und zugehöriges Honorar im Sinne des Verbraucherschutzes beschreibt.
     
  • Eine Gesetzgebung, die gewährleistet, dass die Vergabe von Planungsleistungen im Leistungswettbewerb erfolgt und nicht auf das Kriterium „niedrigster Preis“ reduziert wird.
     
  • Eine Weiterentwicklung der HOAI, die auch zukünftig angemessene Honorare für Planungsleistungen und der damit verbundenen Qualität im Baubereich sichert.