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Kanzlerbungalow in Bonn

Als Jahresabschlussveranstaltung hatten wir uns vorgenommen, den Kanzlerbungalow in Bonn zu besuchen. Das Gebäude liegt im abgeschlossenen Bereich des „Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit“, dem ehemaligen Bundeskanzleramt. Er gehört zur Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und ist erst seit Kurzem zugänglich. Daher wunderte sich niemand über die Sicherheitsvorkehrungen mit vorheriger namentlicher Anmeldung und Kontrolle der Personalausweise beim Betreten des Areals.

Der Kanzlerbungalow in Bonn ist das ehemalige Wohn- und Empfangsgebäude der Bundeskanzler. 1963 vom Architekten Sep Ruf entworfen, stand es allen Regierungschefs von 1964 bis 1999 als Wohnung und zu Repräsentationszwecken zur Verfügung. 2001 wurde der Kanzlerbungalow unter Denkmalschutz gestellt. Die Wüstenrot Stiftung nahm das Gebäude 2006 in ihr Denkmalprogramm auf und begann mit einer umfassenden Sanierung und Instandsetzung. Nach Abschluss der Arbeiten wird der Bungalow 2009 feierlich eröffnet. Der Rundgang ermöglicht Einblicke in die repräsentativen und privaten Räume. Eine Ausstellung informiert über die Bundeskanzler und die Nutzung des Gebäudes. 

Die Kollegen und Kolleginnen waren über die kleinräumige und einfache Baugestaltung sowie spartanische Ausstattung eines solchen Dienstsitzes, der ja auch als Wohnhaus zu dienen hatte. sehr erstaunt. Sie entsprach dem damaligen Staatsverständnis, das Bescheidenheit ausdrücken sollte und unter dem Motto stand: „Nur nicht auffallen“. Ältere Mitbürger können sich noch an den Hype erinnern, der wegen des sog. Swimmingpools, eher eine Badewanne, durch die Presse ausgelöst wurde, den sich Bundeskanzler Erhardt einbauen ließ, weil er wegen eines Kriegsleidens jeden Morgen wassergymnastische Übungen absolvieren musste. Die Miniteeküche wurde von Loki Schmidt während der Krisensitzungen zur Zeiten der RAF benutzt, um die Gäste Ihres Mannes zu  versorgen. Gorbatschow hat von der Terrasse zusammen mit Kohl auf den Rhein geschaut und über den Gang der Geschichte gesprochen. Doch das ist eine eigene „Geschichte“ wert.

Das Haus ist mit der Technik der 1950er Jahre ausgestattet, so die verschiebbaren und versenkbaren Wände. Aber leider machte der Terassenbereich einen nicht gepflegten Eindruck. Die zum Schutz gegen die RAF angebrachten Panzerglaswände zum Rhein sind zerrissen und teilweise verfallen. Der Pool scheint nicht unterhalten zu werden. Weitere Informationen, u. a. zu dem interessanten Architektenentwurf, der auch Teil des deutschen Beitrags der 14. Architektur Biennale 2014 in Venedig war, kann man bei Wikipedia nachlesen.

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