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Vortrag Prof. Dr. Dr. Lauster vom Fraunhofer, INT in Euskirchen

Unser Gastgeber war kein anderer als Prof. Dr. Dr. Michael Lauster, Institutsleiter des Fraunhofer Instituts für naturwissenschaftlich-technische Trendanalysen, INT in Euskirchen und Inhaber des Lehrstuhls für Technologieanalysen und -vorausschau auf dem Gebiet der Sicherheitsforschung an der RWTH Aachen.

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Institutsdirektor Prof. Dr. Dr. Lauster

Prof. Lauster führte uns in einem spannenden Vortrag durch die Geschichte der "Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung" und die Entwicklung der Wissenschaftsforschung in Deutschland seit Gründung der Gesellschaft 1949.

Mit Joseph von Fraunhofer (1787-1826) hat alles angefangen. Einem aus einfachen Verhältnissen stammenden Autodidakten, der als Physikgenie nicht nur die Fraunhoferschen Linien entdeckte sondern auch als Unternehmer erfolgreich war.

Die Erkenntnisse und Errungenschaften des Namensgebers der Fraunhofer-Gesellschaft sind noch heute so aktuell wie zu seinen Lebzeiten. Sie helfen auf vielerlei Gebieten, grundlegende Fragen zu beantworten, wie zum Beispiel zur Zusammensetzung ferner Sterne oder ob es Leben außerhalb der Erde gibt. Prof. Lauster gab uns einen Einblick in die Struktur der Fraunhofer-Gesellschaft, ihre aktuellen Forschungsgebiete sowie in die Arbeiten des Instituts in Euskirchen.

Das Forschungsbudget der Fraunhofergesellschaft beträgt 2,1Mrd €, ca. 30% Grundfinanzierung und 70% Industrieaufträge, die mit 14500 Mitarbeitenden in 69 Instituten abgearbeitet werden.

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Sein Institut habe ein spannendes Aufgabenspektrum. „Wir schauen uns an, wie sich Technologien entwickeln, welche Technologien aufkommen, was daraus werden kann und welche Integrationen das alles hat“, so Lauster. Das Fraunhofer Institut in Euskirchen erstellt Prognosen für die Zukunft. In den Standort der Euskirchener Fraunhofer INT habe man in den vergangenen Jahren rund sechs Millionen investiert. Weitere 1,3 Millionen sollen 2018 in einen weiteren Anbau fließen.

Euskirchen sei zwar ein kleinerer, aber dennoch nicht minder bedeutender Standort, so Lauster weiter. Beheimatet sei hier ebenfalls die Fraunhofer Allianz Space mit ihrer Weltraumforschung. Die Raumfahrt stelle eine wichtige Schlüsseltechnologie dar. Ob Wettervorhersage, Navigation, Satellitenfernsehen oder Internet – die Raumfahrt und ihre Dienste seien aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken.

Prof. Lauster ist stolz auf modernste Technik, die in den Messhallen der „INT“ genutzt werden, wie etwa eine Apparatur, mit der man Minusgrade von 260 Grad Celsius erzeugen kann. Diese benötige man, um etwa Satelliten zu testen, ob sie der Kälte im Weltraum gewachsen sind. Die Euskirchener Vorrichtung sei in Europa einzigartig. „Wir sind die einzigen, die das testen können“, sagte Lauster. Jedes Teil, das ins All fliege, müsse daher das Institut in Euskirchen durchlaufen. Euskirchen sei daher „Weltraumstadt“ und Raumfahrtstandort.

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In Euskirchen wird alles koordiniert

Wissenschaftler lesen viel, um up to date zu bleiben, verriet Lauster. Doch werde die tägliche Fülle an Informationen immer mehr zu einer Herausforderung. 50 Millionen wissenschaftlicher Artikel existierten bereits, allein 2016 wären rund 2,3 Millionen neu hinzugekommen. „Und eigentlich müssten wir die alle lesen, um zu wissen, was drin steht“, so Lauster.

Doch dafür gebe es jetzt Kati, die neue „Mitarbeiterin“ beim Fraunhofer. Sie könne 45 000 Publikationen am Tag lesen, so Lauster: „Sie liest alles und sagt uns dann, was interessant ist.“ Das könne sie inzwischen schon ganz gut. Natürlich ist Kati nicht echt, sondern es handelt sich hierbei um eine künstliche Intelligenz. Zwei Jahre habe man an ihr entwickelt. Und schon plauderte er weiter über Weltraumtourismus, Social Freezing 2.0, Pflegeroboter und Eis aus Lupinen.

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Im Fraunhofer INT in Euskirchen versuchen Wissenschaftler schon heute, die Welt von morgen zu beschreiben. Kunden sind: ESA, BMVg, BMBF, EU und Private Auftraggeber.

Genügend Stoff für die Diskussion beim anschließenden gemütlichen Beisammensein bei "Halven Meyer", trotz Eis und Schnee.

(Alle Fotos: Fraunhofer Institut, INT)

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