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Studienreise nach Albanien

Vom 26.04.2019 bis zum 03.05.2019 hat die BG Bonn eine hochinteressante Studienreise nach Albanien unternommen.  Die Reise startete und endete in Tirana und führt uns nach Durrës – Apollonia – Vlorë - Porto Palermo – Saranda – Butrint - Lebova – Gjirokastër- Berat - Shkodra, Fishte und Kruja. Für alle Reiseteilnehmer vor der Reise unbekannte Namen und Orte. Kurz gesagt wir haben den gesamten Westteil von Albanien bereist. Einige unserer Erfahrungen waren:

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Die Landschaften sind sehr abwechslungsreich und Menschen durchweg freundlich. Sprachlich kommt man mit Englisch gut weiter. Deutsch verstehen nur wenige, aber mit dem Wort Deutsch wird Werbung für Qualität betrieben.

Es gibt relativ viele Autos, in den Großstädte auch viele Luxusfahrzeuge. Dabei verdienen die Menschen offiziell knapp ein Viertel eines deutschen Durchschnittlohnes, während die Kraftstoffpreise deutsches Niveau haben. D.h. Individualverkehr ist den Menschen sehr wichtig zumal in kommunistischer Zeit der Besitz von Privat-Pkw verboten war.

Albanien ist ein Land mit einer langen Vergangenheit. Es verfügt über eine unfassbare Anzahl von Bodendenkmälern aus hellenistischer, römischer und byzantinischer Zeit. Aber alte Gebäude gibt es im Stadtbild vieler Städte praktisch gar nicht. So hat die Millionenstadt Tirana keine 10 Gebäude die älter als 100 Jahre sind.

Das offene Umgehen der Konfessionen untereinander war beeindruckend. Wir haben dies beim Besuch eines Klosters durch die Äbtissin und einer Moschee durch den Mullah sehr eindrucksvoll vermittelt bekommen. Auch im Bektashi World Center in Tirana wurde vom Baba auf den Zusammenhalt der Konfessionen eingegangen. Ursache sind wohl die gemeinsamen Erfahrungen aus der kommunistischen Ära, in der ohne Unterschied der Konfessionen die Gläubigen schwer verfolgt wurden.

Kleinkriminalität gibt es so gut wie nicht, dafür ist die Korruption des politischen Establishments der größte Hemmschuh für die wirtschaftliche Entwicklung und internationale Investitionen. Als Folge der Korruption hat Albaniens Ionische Küste in kürzester Zeit die schlimmsten Bausünden der Côte d’Azur und der Costa Blanca nachgeholt. Halbfertiggestellte Bauten findet man überall.

Betrachtet man das Land aus Sicht eines Straßenbau- und Verkehrsingenieur so stellt man fest, dass es überhaupt keine Schieneninfrastruktur gibt. Selbst die Häfen haben keine funktionierenden Gleisanlagen und der Bahnhof der Hauptstadt Tirana wurde 2013 zurückgebaut. Die Fernstraßen haben durchweg gute Standards. Auffallend ist, dass der Einsatz von passiven Schutzeinrichtungen weniger nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten umgesetzt wurde. Auf den Nebenstrecken gibt es zum Teil noch Schotterstraßen. Diese sind der zunehmenden Verkehrsnachfrage nicht gewachsen und verfügen über eine entsprechende Schlaglochdichte. Transport in Pferdewagen oder mit Packpferden ist dort keine Seltenheit. In den Städten, die dem Weltkulturerbe zugeordnet sind, wurden und werden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Beeindruckt hat uns die vorbildlich nach Sicherheitsvorschriften durchgeführte Pflasterbaustelle in Gjirokastër. Das hätten wir so nicht erwartet.

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Die Reise ins Unbekannte hat die Erwartungen der Teilnehmer voll erfüllt.

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